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Ausbildung

Schwyzer Kantonsregierung will baldigen Mittelschulentscheid

17. Dezember 2020, 10:01 Uhr
Das Theresianum Ingenbohl und das Kollegium Schwyz sollen am Standort Schwyz zur Kantonsschule Innerschwyz zusammengelegt werden. Der Regierungsrat hat diesen nicht unumstrittenen Plan in die Vernehmlassung geschickt, dies um Klarheit zu dem Projekt zu schaffen, wie er am Donnerstag mitteilte.
Das Kollegium Schwyz soll mit dem Theresianum Ingenbohl zusammengelegt werden. (Archivaufnahme)
© KEYSTONE/STEFFEN SCHMIDT

Im inneren Kantonsteil gibt es zwei nicht ausgelastete Mittelschulen, die nur fünf Kilometer voneinander entfernt sind: das staatliche Kollegium in Schwyz und das private, aber staatlich anerkannte Theresianum in Ingenbohl.

Der Kanton und die Stiftung des Theresianums unterzeichneten im September eine Absichtserklärung. Diese sieht vor, die beiden Institutionen 2024/25 zur neuen Kantonsschule Innerschwyz zusammenzuführen.

Die neue Mittelschule soll in Schwyz in den Gebäuden des Kollegiums geführt werden. Sie dürfte anfänglich von 550 bis 600 Jugendlichen besucht werden. Insgesamt werde die Zusammenführung zu einer günstigeren Kostenstruktur und einem breiteren Angebot führen, erklärte der Regierungsrat.

Es seien zwar wegen der höheren Schülerzahl betriebliche Mehrkosten von 5 Millionen Franken pro Jahr zu erwarten, doch stehe dem ein Mehrwert für die Schülerschaft gegenüber. Zudem würden die bisherigen kantonalen Beiträge an das private Theresianum von rund 4 Millionen Franken wegfallen.

Geordneter Übergang

Der Kanton soll in den nächsten Jahren das Defizit des Theresianums übernehmen, dies damit es den Schulbetrieb geordnet weiterführen kann. Insgesamt soll es sich um 1,7 Millionen Franken handeln. Eine Million dürfte für Umbauten im Kollegium Schwyz anfallen.

Um die beiden Schulen zusammenführen zu können, muss der Kanton das Mittelschulgesetz teilrevidieren. Das Theresianum wird aus der Liste der anerkannten Privatschulen gestrichen, das Kollegium Schwyz wird im Gesetz durch die Kantonsschule Innerschwyz ersetzt.

Der Regierungsrat entschied sich für eine kurze Vernehmlassungszeit von gerade zwei Monaten, dies weil die eigentlichen Änderungen im Mittelschulgesetz geringfügig seien. Die Auswirkungen des Entscheids seien aber erheblich. Es sei deswegen wichtig, dass durch einen raschen Entscheid Klarheit geschaffen werden könne.

Gegengewicht zu Initiativen

Die Behandlung im Kantonsrat ist bereits für den April 2021 vorgesehen. Mit diesem raschen Tempo wolle der Regierungsrat ein Gegengewicht setzten zu zwei vor drei Wochen angekündigten Volksinitiativen, welche unter anderem die Strukturerhaltung der bisherigen zwei Mittelschulen im inneren Kantonsteil fordern.

Die «Initiative für eine faire Mittelschulfinanzierung» will höhere kantonale Beiträge für die öffentlichen Mittelschulen mit privater Trägerschaft. Dies könnte für das Theresianum den Alleingang attraktiver machen, hofft das Initiativkomitee.

Die «Initiative für eine dezentrale Mittelschullandschaft» will die drei kantonalen Gymnasiumsstandorte Schwyz, Pfäffikon und Nuolen sichern. Die Regierung wollte den Standort Nuolen aufgeben, wurde aber von den Stimmberechtigten im letzten Jahr zurückgepfiffen.

Quelle: sda
veröffentlicht: 17. Dezember 2020 09:50
aktualisiert: 17. Dezember 2020 10:01