Coronavirus

Wie lange sollen Massnahmen noch gelten? Zentralschweizer Kantone sind sich uneinig

17. Januar 2022, 15:56 Uhr
Die Zentralschweiz ist sich nicht einig, wie lange die Corona-Massnahmen maximal noch gelten sollen. Luzern und Obwalden unterstützen die vom Bundesrat vorgeschlagene Verlängerung um zwei Monate, Schwyz will sie bis maximal Ende Februar verlängern.
Noch haben sich nicht alle gegen Corona immunisieren lassen: Schwyz und Nidwalden rufen die Bevölkerung erneut zum Impfen und Boostern auf. (Symbolbild)
© KEYSTONE/GAETAN BALLY

Die geltenden Corona-Massnahmen sind bis am 24. Januar 2022 beschränkt. Der Bundesrat schlägt vor, diese bis Ende März zu verlängern. Die Kantone können dazu Stellung nehmen, am Mittwoch will der Bundesrat dann entscheiden.

Das sagen die Zentralschweizer Kantone

Die Luzerner Regierung sei grundsätzlich einverstanden, die geltenden Massnahmen zur Pandemiebekämpfung bis zum 31. März 2022 zu verlängern, teilte die Staatskanzlei mit. Der Kanton fordert aber, dass die Massnahmen der Entwicklung der Pandemie angepasst werden. Gegebenenfalls sollten die Vorgaben schon vor Ende März aufgehoben werden. Dies gelte vor allem für die Homeoffice-Pflicht.

Der Kanton Nidwalden unterstützt die Verlängerung der aktuellen Massnahmen bis zum 31. März 2022 nur, wenn bei günstiger Entwicklung der epidemiologischen Lage die Massnahmen, insbesondere die Homeoffice-Pflicht, auch früher angepasst werden können.

Obwalden spricht sich ebenfalls für eine laufende Überprüfung aus. Der Kanton hält aber fest, dass diese nicht nur zu einer früheren Aufhebung der Massnahmen, sondern auch zu deren Verschärfung führen könne.

Die Schwyzer Regierung lehnt dagegen eine Ausdehnung der Massnahmen um zwei Monate ab. Er spreche sich dafür aus, die Massnahmen vorerst bis Ende Februar zu befristen, teilte er mit. Damit könne besser auf die sich ändernde Lage reagiert werden.

Auch für den Kanton Uri ist die Verlängerung der Massnahmen bis Ende März unangebracht. «Die vom Bundesrat vorgeschlagenen respektive die bereits geltenden Massnahmen sind, einschneidend für die Gesellschaft und Wirtschaft. Sie sind nicht auf Vorrat zu verlängern», schreibt die Regierung. Sie spricht sich ebenfalls für eine Verlängerung bis Ende Februar aus.

So auch der Kanton Zug. Die Regierung spricht sich dafür aus, dass die Corona-Massnahmen vorerst nur bis Ende Februar verlängert werden. Davon abgesehen sieht die Regierung des Kantons Zug in Sachen Teststrategie Handlungsbedarf: «Wir beantragen, dass künftig auch von Fachpersonen durchgeführte Antigen-Schnelltests zu einem (Schweizer) Zertifikat führen, ohne dass dafür auch noch ein PCR-Test nötig ist. Dies würde die Labors wesentlich entlasten.»

Andere Vorschläge des Bundesrats – etwa die Verkürzung der Gültigkeitsdauer des Corona-Zertifikats auf neun Monate – werden von den Regierungen unterstützt.

Ab vier Monaten nach letzter Impfung

Zudem ruft der Kanton Schwyz seine Bevölkerung auf, sich gegen Corona impfen zu lassen und sich auch die dritte Impfdosis verabreichen zu lassen. Diese Auffrischimpfung werde all jenen Personen empfohlen, deren Grundimmunisierung vor mindestens vier Monaten erfolgt sei, heisst es in der Mitteilung. Im Kanton Schwyz sind die Impfkapazitäten grösser als die Nachfrage. Eine vorgängige Registrierung für die Auffrischimpfung ist deswegen nicht mehr nötig.

Im Kanton Schwyz sind 95'000 Personen vollständig gegen Corona geimpft, dies entspricht 59 Prozent der Bevölkerung. Im Schweizer Durchschnitt sind es 68 Prozent. Die Auffrischimpfung wurde im Kanton Schwyz bislang 44'000 Mal verabreicht.

Hohe Kapazitäten auch in Nidwalden

Im Kanton Nidwalden sind derzeit 29'000 Personen oder knapp 67 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig geimpft. Eine Booster-Impfung haben 15'200 Personen erhalten, wie die Gesundheitsdirektion am Montag mitteilte.

Auch Nidwalden ruft seine Bevölkerung auf, sich impfen zu lassen. Die Impfkapazitäten seien so hoch wie nie, teilte die Gesundheitsdirektion mit. Neu sei im Impfzentrum in Oberdorf sowohl für Erstimpfungen ab 12 Jahren als auch Boosterimpfungen ab 16 Jahren keine Anmeldung mehr zwingend nötig.

(SDA / red.)

Quelle: sda
veröffentlicht: 17. Januar 2022 15:57
aktualisiert: 17. Januar 2022 15:57
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