Mühsame Anreise?

So reagieren die Bergbahnen auf die neue ÖV-Strategie in Engelberg

30. September 2022, 18:05 Uhr
Skigäste in Engelberg sollen nicht mehr mit dem Auto, sondern mit dem ÖV anreisen. Dies verkündeten die Kantone Ob- und Nidwalden am Donnerstag. Die Bergbahnen reagieren positiv auf den Entscheid, obwohl die Anreise mit dem ÖV für Familien eine «ziemliche Mission» sei.

Quelle: Tele 1

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Bei den Titlis Bergbahnen in Engelberg herrscht gute Stimmung. Der Entscheid der Kantone Ob- und Nidwalden, den ÖV für die Anreise nach Engelberg gezielt zu fördern, wird befürwortet. «Es war uns seit langem ein Anliegen, dass die Skigäste vermehrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen», sagt Urs Egli, Leiter Marketing. In Engelberg hätte man kein Überangebot an verfügbaren Parkplätzen. Nun möchte man die Kundinnen und Kunden beispielsweise mit Kombi-Angeboten – ÖV und Skiticket – an den Titlis holen.

Auch bei der an Engelberg anliegenden Gemeinde Wolfenschiessen zeigt man sich erfreut. «Wir sind sehr froh, dass nun endlich etwas geht!», sagt Gemeindepräsident Wendelin Odermatt im Gespräch. An gut frequentierten Wochenenden hätte es oftmals viel Stau gegeben. «Manchmal war es fast unmöglich, aus dem Dorf zu kommen», meint er.

Die Verkehrsentlastung sei ein grosses Anliegen der Bevölkerung von Wolfenschiessen. Dass sich mit diesem Entscheid jedoch rasch viel ändern werde, bezweifelt Wendelin Odermatt: «Im ersten Moment werden wir wohl kaum einen riesigen Effekt spüren.» Dennoch: Es sei ein Schritt in die richtige Richtung. «Man merkt nun, dass wir und unsere Anliegen wahrgenommen werden.»

Spielen die Kunden mit?

Der Entscheid für die ÖV-Strategie kommt jedoch nicht in allen Kreisen gut an. Auf Facebook reagiert beispielsweise ein Today-Leser folgendermassen: «Und dann sind die Züge noch mehr überfüllt als sie eh schon sind.» Auch zu lesen: «Stelle mir das Chaos vor, wenn jeder seine Skier in die Bahn einladen muss...» Oder: «Die bereits volle ÖV mit dem ganzen Skiequipment noch mehr vollstopfen… 😉»

Lösen möchte die Politik dies mit zusätzlichen Bus- und Zugverbindungen. Bei der Zentralbahn könne man jedoch zum jetzigen Zeitpunkt noch keine konkreten Auskünfte geben, wie sich das ÖV-Angebot in Zukunft gestalten werde. Im Raum steht unter anderem ein Doppelspurausbau in Oberdorf, damit Züge im Halbstundentakt zwischen Luzern und Engelberg verkehren könnten.

Urs Egli von den Titlis Bergbahnen glaubt nicht, dass in Zukunft aufgrund der erschwerten Anreisebedingungen beispielsweise Familien nicht mehr nach Engelberg reisen werden. «Uns ist aber bewusst, dass die ÖV-Anreise für Familie eine ziemliche Mission ist.» Deshalb gäbe es bereits jetzt bestimmte Angebote, mit denen Skigäste ihre Ausrüstung über Nacht oder die ganze Saison bei den Bahnstationen deponieren könnten.

(msh/bsv)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 30. September 2022 18:04
aktualisiert: 30. September 2022 18:05