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Mehr Unfälle

So schützen die Zentralschweizer Kantone die Velofahrerinnen

8. Oktober 2021, 07:24 Uhr
Die Unfälle mit Beteiligung von Velos haben in den letzten Jahren zugenommen. Vor allem Unfälle mit E-Bikes häufen sich. Ein bereits bekanntes Problem. Doch was wollen die Zentralschweizer Kantone tun, um die Sicherheit für Velofahrende zu vergrössern?
Velofahrende sollen beispielsweise durch zusätzliche Velostreifen mehr Sicherheit erhalten.
© KEYSTONE/GAETAN BALLY

In allen Zentralschweizer Kantonen sind die Unfälle mit E-Bikes in den letzten Jahren gestiegen – teils sogar massiv. In Nidwalden und Uri beispielsweise haben sich die Unfälle mehr als verdoppelt. Doch was dagegen tun?

NW: Alle Kreuzungen geprüft

«Wir haben diverse Projekte für die Verbesserung von Fahrradinfrastrukturanlagen bereits umgesetzt oder sie befinden sich in der Umsetzung oder in der Planung», sagt Stephanie von Samson vom Amt für Mobilität des Kantons Nidwalden. Bereits umgesetzt wurde etwa der Knoten Büren, Knoten Schürmatt und die Kernfahrbahn Hergiswil.

Weil ihnen das Problem bewusst sei, wurden auch alle Kreuzungen im Kanton überprüft. Dort wo es sinnvoll war, wurde die Signalisation «Rechtsabbiegen für Radfahrer gestattet» angebracht. Zudem werde wohl auch das Gesamtverkehrskonzept Nidwalden dazu beitragen, dass Dorfzentren durch Betriebs- und Gestaltungskonzepte näher betrachtet werden, um für die verschiedenen Verkehrsteilnehmenden und die örtlichen Gegebenheiten zukunftssichere Anlagen anzubieten. Insbesondere die neuen Herausforderungen mit den schnellen E-Bikes werden berücksichtigt.

OW: Veloinfrastruktur muss erst noch entstehen

Etwas anders sieht es im Nachbarskanton Obwalden aus. Dort gäbe es noch fast keine Veloinfrastruktur, sagt Sandro Utzinger vom Amt für Raumentwicklung und Verkehr. «Darum plant man nun verschiedene Veloinfrastrukturen. Momentan läuft auch ein Testversuch in Sachseln mit zwei Velostreifen», sagt Utzinger.

Es brauche sicher an gewissen Stellen mehr Sicherheit für die Velofahrenden. Das Verkehrsaufkommen sei aber auch nicht so hoch wie beispielsweise in Luzern. «Das Ziel ist klar, eine Veloinfrastruktur zu schaffen.» Von Velostreifen bis Velowegen sei alles möglich.

SZ: Neue Stelle geschaffen

Auch im Kanton Schwyz hat man die Velos im Auge. Diesen Frühling wurde bei der Kantonalen Fachstelle für Langsamverkehr eine neue 60 Prozent Stelle geschaffen zum Themenbereich Velo. Konkrete Konzepte sind bis heute allerdings noch nicht vorhanden, heisst es auf Anfrage.

UR: Prävention solls richten

Präventionsarbeit heisst das Rezept im Kanton Uri. Die Bevölkerung wird von der Kantonspolizei mit Tipps zum sicheren Fahren mit dem E-Bike hingewiesen. Denn es sei auffällig, dass vor allem im Frühling vermehrt Unfälle mit E-Bikes passieren. «Das, weil das E-Bike nach der Winterpause wieder öfters benutzt wird», sagt Sonja Aschwanden von der Kantonspolizei Uri. Im letzten Jahr gab es 15 Unfälle mit E-Bikes. Des Öfteren auch mit älteren Menschen, weshalb die Polizei zusammen mit Pro Senectute Uri jährlich einen E-Bike-Fahrsicherheitskurs für Senioren durchführt.

ZG: Fussgänger und Velofahrer mögen sich nicht

Vor allem in der Stadt Zug ist das Veloaufkommen hoch. Und somit auch das Unfallrisiko mit Beteiligung von Velofahrenden. Im ganzen Kanton gab es allein im letzten Jahr 92 Unfälle mit Velos und 31 mit E-Bikes. Bei der Stadt Zug heisst es, es gäbe sicher noch Optimierungspotential. Man habe in den letzten Jahren aber gemerkt, dass gemischte Verkehrsflächen mit Fussgängern, etwa am Zugersee entlang, sehr unbeliebt sind. Es sei jedoch aus Platzgründen nicht einfach bis unmöglich für alle Verkehrsteilnehmenden einen eigenen Geh- oder Fahrweg zu schaffen.

LU: Stadt will mehr Tempo-30-Zonen

In der Stadt Luzern gibt es im Vergleich zur ganzen Zentralschweiz am meisten Gefahrenhotspots für Velofahrende. Die Stadt will daher zum Beispiel über die Seebrücke Tempo 30 einführen. Es brauche jedoch nicht nur Temporeduktionen, sondern noch mehr, meint der Präsident des Verkehrsclub Schweiz VCS, Michael Töngi: «Besonders wichtig ist, dass wir eine gute Infrastruktur haben. Wir brauchen mehr Velowege – gerade im städtischen Bereich. Da geht es viel zu langsam vorwärts. Es gibt vor allem Sicherheit, wenn Velofahrerinnen und Velofahrer ein eigenes Trassee haben.»

Mehr über die Ideen der Stadt Luzern und die Gegenstimmen findest du hier.

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Quelle: Tele 1

(van)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 8. Oktober 2021 06:00
aktualisiert: 8. Oktober 2021 07:24