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Strom sparen ist angesagt: Das planen die Zentralschweizer Kantone

Shana Meister, 8. September 2022, 14:59 Uhr
Ende August stellte der Bundesrat seine Pläne zum Energiesparen vor und appellierte dabei auch an die Bevölkerung. Nun gilt auch für Kantone und Gemeinden Verantwortung zu übernehmen. Diese Pläne gibt es in der Zentralschweiz.
Stromsparen ist angesagt: So macht es die Zentralschweiz
© TVO
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Angesicht der drohenden Energiekrise sind die Zentralschweizer Kantone durchaus aktiv geworden und haben mögliche Massnahmen beschlossen. Umgesetzt wurde bisher aber kaum eine. Dies ist der Stand der Vorbereitungen in der Zentralschweiz.

Kanton Luzern

Der Kanton Luzern arbeitet momentan Massnahmen aus, um in der kantonalen Verwaltung und in den Schulen Energie zu sparen, heisst es in einer Mitteilung. Mit dem Ziel, Stromreserven zu bilden. Ähnlich sieht es in der Stadt Luzern aus. «Im Moment sind noch keine Massnahmen beschlossen», so die Stadt Luzern. «Die Stadtregierung wird sich zu gegebener Zeit mit den Erkenntnissen auseinandersetzen und je nach Einschätzung entsprechende Massnahmen auslösen.» Das scheint im Widerspruch zu stehen zum Aufruf von Bund und Kanton, schon jetzt Energie zu sparen, damit es gar nicht erst zu einem Engpass kommt.

Bereits weiter geht der zuständige Verein für die Weihnachtsbeleuchtung. Er hat entschieden, die Betriebszeiten der Weihnachtsbeleuchtung in der Stadt Luzern zu verringern. Am Morgen leuchtet die Beleuchtung eine halbe Stunde und am Abend zweieinhalb Stunden weniger.

Die Weihnachtsbeleuchtung in der Stadt Luzern wird dieses Jahr weniger lang leuchten.

Kanton Zug

Die Zuger Kantonsregierung hat die Arbeiten, um einen möglichen Energiemangel umgehen zu können, in Gang gesetzt. So wurde eine Delegation eingesetzt, die entsprechende Massnahmen ausarbeiten soll, schreibt der Kanton in einer Mitteillung. Eine mögliche Art Strom zu sparen ist es, die Strassenbeleuchtung abzuschalten. Dies kommt aktuell für den Kanton Zug aber nicht in Frage.

Da die öffentliche Strassenbeleuchtung der Verkehrssicherheit dient, soll der Betrieb möglichst lange aufrechterhalten werden, so der Zuger Baudirektor Florian Weber. Auch in den kantonseigenen Gebäuden plane das Hochbauamt Zug aktuell keine reduzierte Beleuchtung. Man unterstütze jedoch die Spar-Appelle des Bundesrats und prüft darum mögliche Energie-Sparmassnahmen, so Weber.

Der Betrieb von Strassenbeleuchtung soll im Kanton Zug möglichst lange aufrechterhalten werden. 

© KEYSTONE/GAETAN BALLY

Kanton Obwalden

Der Kanton Obwalden hat wegen der drohenden Energiekrise noch keine neuen Massnahmen beschlossen. «In den kommenden Wochen sind jedoch Gespräche geplant», heisst es beim Kanton auf Anfrage. Der sparsame Umgang mit Energie sei bereits seit Jahren ein Thema.

So hat der Kanton Obwalden im vergangenen Jahr beispielsweise seine Strassenbeleuchtung auf LED umgestellt. Zudem würden die Mitarbeitenden laufend zum Energiesparen aufgerufen. Das heisst, sie sollen Geräte ausschalten und nicht in den Standby-Modus versetzen.

Im Kanton Obwalden heisst die Devise für die Mitarbeitenden: Standby-Modus wenn immer möglich vermeiden.

© Getty Images

Wie viel Strom mit einer reduzierten Beleuchtung eingespart werden könnte, kann der Kanton nicht abschätzen. «Wir wissen jedoch, dass die Strassenbeleuchtung im Kanton Obwalden einen Gesamtverbrauch von 720 MWh im Jahr aufweist. Dies entspricht 0,28 % des gesamten Verbrauchs im Kanton Obwalden pro Jahr.»

Kanton Nidwalden

Der Kanton Nidwalden will als erste Massnahme in den eigenen Gebäuden der kantonalen Verwaltung Strom sparen. Man prüfe aktuell, «welches Sparpotenzial bei Betriebszeiten- und stärken von Lampen vorhanden ist».

Welche Massnahmen letztlich umgesetzt werden, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch offen, schreibt der Kanton Nidwalden auf Anfrage unserer Redaktion. «Der Kanton ist sich seiner Vorbildfunktion bewusst und wird in absehbarer Zeit festlegen, wie er selbst einen angemessenen Beitrag leisten kann, um das Risiko einer Strommangellage zu reduzieren», heisst es.

Kanton Schwyz

Auf Anfrage schreibt die zuständige Direktion, dass «zurzeit Evaluationen von möglichen Energiesparmassnahmen bei der öffentlichen Hand» laufen. Entschieden sei aber noch nichts. Unter anderem überlegt sich der Kanton Schwyz, die öffentliche Beleuchtung wie Strassenlampen oder Weihnachtsbeleuchtung zu reduzieren. Damit spare man zwar nur einen kleinen Teil an Strom. «Allerdings hat es eine positive Signalwirkung und unterstützt die laufend Energiesparkampagne des Bundes», heisst es. Auch die Senkung der Raumtemperatur in den kantonalen Gebäuden um mindestens 2 Grad ist ein Thema.

Der Kanton Schwyz prüft die Reduktion der Raumtemperatur in kantonalen Gebäuden.

© KEYSTONE/ENNIO LEANZA
Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 8. September 2022 11:24
aktualisiert: 8. September 2022 14:59