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So reagiert die Zentralschweiz

Studie zeigt: Schulen müssen der Bildung zuliebe offen bleiben

22. November 2021, 16:24 Uhr
Die Schulen sollen offen bleiben. Eine Studie der pädagogischen Hochschule Zug zeigt nämlich: Der Lernfortschritt der Schülerinnen und Schüler hat während der Schliessung letzten Frühling gelitten. Die Zentralschweizer Kantone möchten ein solches Szenario aktiv verhindern. Der Kanton Nidwalden hat darum bereits wieder die Maskenpflicht für die Sekundarstufe eingeführt.
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Quelle: PilatusToday / David Migliazza

Angesichts der steigenden Fallzahlen bei Jugendlichen hat der Kanton Nidwalden vergangene Woche die Schutzmassnahmen verstärkt und die Maskenpflicht für die Sekundarstufe wieder eingeführt (PilatusToday berichtete). Grund für diesen Entscheid ist laut einer Mitteilung des Kantons die Tatsache, dass momentan rund 50 Prozent aller neuen Fälle in Nidwalden auf das schulische Umfeld zurückzuführen seien.

Auch der Kanton Schwyz schreibt in einer Mitteilung, dass er wegen der hohen Fallzahlen an Schulen die Quarantäneregeln nicht anpasst. Im Vergleich zu vor den Herbstferien hat sich die Zahl der Schülerinnen und Schüler in Isolation fast versiebenfacht. Für die Regierung habe die Aufrechterhaltung des Präsenzunterrichts oberste Priorität.

Schulen wieder schliessen wäre unklug

Dieses Ziel hat man in der Schweiz schon im vergangenen Jahr verfolgt. Es zeigte sich im Vergleich zum Ausland klar, dass die Schweiz gut reagiert habe. «Man hat die Schulen nur einmal kurzzeitig geschlossen. Unsere Nachbarländer Deutschland und Österreich hatten die Schulen über Monate zu», sagt Stephan Huber, Studienleiter des Instituts für Bildungsmanagement und Bildungsökonomie an der PH Zug. Auch jetzt, wo die Zahlen wieder steigen, sei es der richtige Weg, die Schulen offen zu halten. Die Gesundheit der Schülerinnen und Schüler dürfe aber natürlich nicht riskiert werden.

Die PH Zug hat 32 internationale und deutschsprachige Studien zu den Lerneinbussen während den coronabedingten Schulschliessungen zusammengefasst. Die Tendenz zeigt, dass Schulschliessungen sich nachteilig auf den Lernfortschritt auswirken und besonders Schülerinnen und Schüler aus sozio-ökonomisch benachteiligten Familien betroffen sind.

«Es gibt Eltern, die entweder aus Bildungs- oder aus Zeitgründen nicht in der Lage waren, ihre Kinder beim Lernen zu unterstützen», sagt Huber. Es gehe aber nicht nur um den Schulstoff. Die Schüler würden die Schule auch brauchen, um sich mit ihren Kollegen zu treffen. Das gebe auch wieder Motivation. «Die Schüler brauchen das Miteinander. Das ist nicht dasselbe, wie wenn man Homeschooling macht.»

Luzern bereits strikte unterwegs

Auch der Kanton Luzern will eine weitere Schulschliessung verhindern. Hier gelten bereits die strengsten Massnahmen im Vergleich zum Rest der Zentralschweiz. Es herrscht ab der 5. Primar die Maskenpflicht und es wird ab der Sekundarstufe 1 regelmässig getestet. «Der Kanton Luzern hat diese Massnahmen nie gelockert und ich bin froh haben wir es so durchgezogen», sagt Bildungsdirektor Marcel Schwerzmann. Mehr könne man momentan nicht machen und müsse man laut Schwerzmann auch nicht.

Auch der Kanton Zug hat noch nicht über weitere Massnahmen entschieden. Lukas Fürrer von der Direktion für Bildung und Kultur sagt jedoch, dass der Kanton die Zahlen ständig im Auge hat. «Wir machen laufend eine Lagebeurteilung und prüfen bereits mehrere Varianten.» Momentan machen die Schulen ab der 4. Klasse aufwärts zwei Mal die Woche Reihentests.

Auch in den Kantonen Obwalden und Uri plant man vorläufig keine weiteren Massnahmen, wie es auf Anfrage heisst.

(van)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 22. November 2021 19:09
aktualisiert: 22. November 2021 16:24