Rücktritte bei VBL

«Unprofessionell, verantwortungslos und menschlich enttäuschend»

20. November 2020, 16:30 Uhr
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Quelle: Pilatus Today

Alle VBL-Verwaltungsräte treten zurück – drei von ihnen per sofort. Vorgängig hätte man sich auf einen geordneten Übergang geeinigt. Dementsprechend «überrascht und enttäuscht» zeigt sich die Stadtregierung. Für eine Strafanzeige sieht die Stadt keine Gründe.

Die Stadt Luzern steht vor einer Herkulesaufgabe. Es gilt, den VBL-Verwaltungsrat komplett neu zu besetzen. «Kompetente Personen für einen solch staatsnahen Betrieb im Subventionsbereich gibt es nicht zu Hunderten», so die Stadtluzerner Finanzdirektorin Franziska Bitzi. Dass es diese Positionen neu zu besetzen gibt, war schon länger klar.

Nach den überraschenden sofortigen Rücktritten von VR-Präsidentin Yvonne Hunkeler, Silvana Beeler Gehrer und Jon Bisaz wird die Suche nach Nachfolgern umso dringlicher. Es verbleibt vorläufig einzig der Vertreter der Stadtregierung, Martin Merki.

Von den Rücktritten hat die Stadt erst in der Nacht von Donnerstag auf Freitag erfahren. «Wir waren im Dialog und wollten gemeinsam für die Unternehmung einen möglichst geordneten Übergang», so Bitzi. Die Finanzdirektorin versteckt ihre Emotionen nicht. «Ich finde es unprofessionell, verantwortungslos und menschlich enttäuschend.» Nun ginge es darum, wieder Ruhe in das Unternehmen zu bringen.

Auch Merki zieht sich zurück

Ruhe in die VBL bringen und zu einem gelungenen Neustart beitragen soll auch der Rückzug des städtischen Vertreters im Verwaltungsrat, aktuell Martin Merki. Aus dem am Freitag veröffentlichten Untersuchungsbericht ist zu entnehmen, dass künftig «auf die Einsitznahme mit Vertretung der Exekutive im Regelfall zu verzichten sei». Der Zeitpunkt von Merkis Rückzug ist noch unklar. Er wird wohl im Amt bleiben, bis die Stadt einen Übergangsverwaltungsrat installiert hat.

Stadt reicht keine Strafanzeige ein

Trotz dem belastenden Bericht für die VBL-Spitze verzichtet die Stadtregierung auf eine Anzeige. «Wir mussten beurteilen, ob es von Seiten der Stadt Gründe gibt, eine Strafanzeige einzureichen», erklärt Stadtpräsident Beat Züsli. Da die Stadt keinen Schaden erlitten hat, gebe es für die Stadt keine Gründe für eine Anzeige. «Das heisse natürlich nicht, dass eine Anzeige nicht von einem anderen Beteiligten erfolgen kann.» Die Stadt würde sich bei einem allfälligen Verfahren kooperativ zeigen.

(hto)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 20. November 2020 16:35
aktualisiert: 20. November 2020 16:30