Baustelle in Göschenen

Anwohner beklagt Lärm: «Sehr schwierig, sich auf etwas zu konzentrieren»

5. Mai 2022, 21:03 Uhr
Die Bauarbeiten in Göschenen sind nicht nur imposant, sondern auch laut. So laut, dass sich Anwohnerinnen und Anwohner daran stören. Einer davon ist Sebastian Tresch.
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Quelle: Tele 1

Seit 2020 wird in Göschenen an der zweiten Röhre des Gotthardtunnels gearbeitet. Am Waldrand stehen grosse Baumaschinen, Kies wird abgetragen und wegtransportiert, Bauarbeiterinnen und Bauarbeiter bereiten die nächsten Arbeiten vor. Eine Baustelle wie jede andere, könnte man meinen. Doch nun regt sich in Göschenen Widerstand. Der Lärm der Bauarbeiten sei unerträglich.

«Es ist sehr schwierig, sich auf etwas zu konzentrieren – wenn man ein Buch lesen oder einen Text schreiben möchte,» beschreibt Sebastian Tresch die Situation. Er wohnt gegenüber der Baustelle, die sich auf seinen Alltag auswirkt. Tresch bemängelt vor allem, dass gewisse Lärmschutzregeln nicht eingehalten würden. Lärmintensive Arbeiten würden ausserhalb der erlaubten Zeiten getätigt, teilweise über den Mittag oder bis abends um 23 Uhr.

Bisher ist er mit seinen Anliegen bei den Behörden auf taube Ohren gestossen. Deshalb hat er nun eine Strafanzeige gegen das Bundesamt für Strassen (Astra) eingereicht. Zu den Vorwürfen äussert sich das Astra schriftlich:

«Grundsätzlich sind wir als Bauherr bestrebt, dass sich die Bauunternehmungen vor Ort an die Auflagen aus den Plangenehmigungen halten. Es ist uns jedoch auch bewusst, dass Bauarbeiten im Umfang der 2. Röhre des Gotthardtunnels Emissionen für die Anwohnerschaft zur Folge haben.»

Nicht gegen zweite Röhre

Verständnis bringt die Gemeinde Göschenen für die Anwohnerinnen und Anwohner auf, obwohl beim Vermitteln zwischen den Parteien nicht alles ideal gelaufen sei. «Wir haben das falsch eingeschätzt und waren uns nicht bewusst, wie lange es dauert, bis gewisse Sachen geklärt sind», sagt der Gemeindepräsident von Göschenen Peter Tresch.

Noch lange dauern werden auch die Bauarbeiten. Erst 2029 wird voraussichtlich die zweite Röhre fertig gebaut sein. Bis dahin wird der Anwohner Sebastian Tresch noch einiges an Lärm aushalten müssen. Wegziehen sei für ihn aber keine Option: «Wir fordern nicht, dass es keine zweite Röhre gibt. Wir fordern nur, dass die Versprechen, die Gesetze und die klar definierten Richtlinien eingehalten werden.»

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 5. Mai 2022 20:04
aktualisiert: 5. Mai 2022 21:03
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