Zu steile Rampe

Betroffene empfinden Kantonsbahnhof Altdorf als nicht behindertengerecht

Nicole Huber, 9. November 2022, 08:57 Uhr
Der Urner Kantonsbahnhof in Altdorf ist nicht mal ein Jahr alt und schon soll es Anpassungen geben. Acht Organisationen fordern in einem offenen Brief an die Urner Regierung, den Einbau eines Personenlifts bei den Perrons. Im Moment ist der Zugang nur über eine sehr steile Rampe möglich, was für Menschen mit einer Behinderung ein Problem ist.
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Noch nicht einmal ein Jahr ist es her, seit der Bahnhof Altdorf als Kantonsbahnhof neu eröffnet wurde. Es befindet sich nun auch eine Wendelrampe vor Ort, um älteren Personen mit Rollator, Rollstuhlfahrenden oder Personen mit Kinderwagen den Abgang zu erleichtern. Das Problem hierbei: Die Rampe ist dermassen steil, dass Passanten lieber darauf verzichten.

Seit der Neueröffnung im Dezemeber 2021 wurde das Schild «Altdorf» durch die Bezeichnung «UR» ergänzt und stellt so den Kantonsbahnhof dar.

© KEYSTONE/Urs Flueeler

Passanten haben Angst

Gesetzlich sei die Rampe bezüglich des Steilheitsgrades zwar gerade noch so erlaubt, doch die Menschen hätten Mühe damit, erklärt Leo Brücker. Er ist Präsident des Stiftungsrates Behindertenbetriebe Uri und ist mit dem neuen Bahnhof überhaupt nicht zufrieden. «Die Menschen haben Angst, die Wendelrampe zu benutzen», meint er gegenüber PilatusToday und Tele 1. So sei es ein Problem, dass man nicht richtig nach unten sieht. «Wir können uns mit dem nicht zufrieden geben», sagt er weiter. Man brauche einen Lift. Verantwortlich dafür seien die SBB.

SBB verweist auf Gesetzeslage

Die SBB verweisen hierbei lediglich auf das Gesetzliche. Da das Projekt jeder Hinsicht nach gesetzlich erlaubt ist, sähen die SBB keinen Handlungsbedarf, sagt Urban Camenzind, Volkswirtschaftsdirektor und Regierungsrat des Kantons Uri. Der Kanton habe schon kurz nach der Eröffnung, als das Problem erstmals auftauchte, mit den SBB Kontakt aufgenommen.

Nun, da acht Organisationen in einem gemeinsamen Brief Kontakt zur Regierung aufnahmen, will sich der Regierungsrat erneut mit dem Verkehrsunternehmen über mögliche Änderungen unterhalten. Camenzind schätzt die Chance auf eine Veränderung allerdings als gering ein. «Das Problem ist, dass das Projekt bewilligt und abgeschlossen ist. Daher wird es schwierig sein, daran etwas zu ändern», erklärt er. Über die finanziellen Aspekte könne man daher noch gar nicht diskutieren.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 9. November 2022 06:12
aktualisiert: 9. November 2022 08:57