Über 100'000 Franken

«Falscher Polizist» aus Uri erweist sich als grosser Betrüger

23. Dezember 2020, 17:39 Uhr
Die Urner Polizei hat die Ermittlungen gegen einen angeblichen Berufskollegen, der als falscher Polizist sein Unwesen trieb, abgeschlossen. (Symbolbild)
© KEYSTONE/URS FLUEELER
Ende Oktober meldete sich eine Frau bei der Kantonspolizei Uri. Der Verdacht: Sie sei auf die Masche «Falscher Polizist» hereingefallen. Die danach folgenden Ermittlungen enttarnten einen Mann, dessen Deliktsumme sich über 100'000 Franken beläuft.

Die Frau wurde durch eine Person, die sich als Polizist der Kantonspolizei Uri ausgab, telefonisch aufgefordert, Geld in einem Briefkasten zu deponieren. Der mutmassliche Betrüger holte das deponierte Bargeld anschliessend ab und fuhr mit einem Auto mit Aargauer Kennzeichen davon, so die Kantonspolizei Uri in einer Mitteilung.

Das Auto mit dem mutmasslichen Betrüger konnte bereits kurze Zeit später von der Kantonspolizei Schwyz auf der Autobahn in Küssnacht gestoppt werden (wir berichteten).

Im Rahmen der darauffolgenden Ermittlungen konnte die Kantonspolizei Uri feststellen, dass der Mann für eine Reihe weiterer Delikte im Kanton Aargau und Zürich verantwortlich sein könnte. Die Deliktsumme beläuft sich auf insgesamt über 100'000 Franken.

Beim Täter handelt es sich um einen türkischen Staatsangehörigen mit Wohnsitz in einem EU-Staat. Der 28-jährige Mann ist mehrheitlich geständig, die Delikte begangen zu haben. Der Beschuldigte hat sich vor der Staatsanwaltschaft Uri zu verantworten.

Die Kantonspolizei Uri warnt vor der Betrugsmasche «Falscher Polizist»

• Seien Sie misstrauisch, wenn ein Polizist Sie auffordert, grössere Geldsummen abzuheben und einem Fremden zu übergeben oder irgendwo zu deponieren. Die Polizei verlangt nie grössere Bargeldsummen – erst recht nicht telefonisch.

• Werden Sie misstrauisch, wenn ein Anrufer Sie zu Zahlungen auffordert oder wenn Sie heikle Daten wie Kontoinformationen oder Passwörter herausgeben sollen. Auch wenn der Anrufer sagt, er brauche diese Informationen zum Abgleich oder zu Ihrer Identifikation.

• Falls die «117» auf Ihrem Telefondisplay erscheint, nehmen Sie den Anruf nicht entgegen und informieren Sie die Polizei in Ihrem Kanton. Die Polizei ruft Sie nie über die Notrufnummer an.

• Bitten Sie bei Unsicherheit darum, dass Sie zurückrufen können. Wählen Sie dann aber nicht die Rückruftaste auf Ihrem Handy, sondern rufen Sie die offizielle Nummer der örtlichen Polizei an. Fragen Sie dort nach, ob man sie tatsächlich erreichen wollte.

• Telefonbetrüger suchen ihre Opfer im öffentlichen Telefonbuch aus. Sie suchen gezielt nach Personen mit einem traditionellen Vornamen, da dieser einen Hinweis auf das Alter liefern könnte. Schützen Sie sich, indem Sie nur den ersten Buchstaben Ihres Vornamens vermerken. Ändern Sie Ihren Telefonbucheintrag direkt online.

• Nehmen Sie Warnhinweise von Bankangestellten ernst und erlauben Sie diesen bei geringsten Zweifeln, die Polizei zu verständigen.

• Merken Sie sich Namen und Telefonnummern der anrufenden Person und melden sie diese der Polizei.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 23. Dezember 2020 15:50
aktualisiert: 23. Dezember 2020 17:39