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«Gleich schlecht wie in Luzern»: Luft im Zentrum von Altdorf ist zu schmutzig

Umwelt

«Gleich schlecht wie in Luzern»: Luft im Zentrum von Altdorf ist zu schmutzig

16.02.2024, 11:37 Uhr
· Online seit 16.02.2024, 09:39 Uhr
Die Luftqualität in Altdorf ist schlecht. Dies haben Messungen im Auftrag des kantonalen Amts für Umwelt ergeben, wie dieses am Freitag mitteilte. Empfohlen wird, dass neben der geplanten Verlagerung des Strassenverkehrs auch der öffentliche sowie der Velo- und Fussverkehr ausgebaut werden.
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Verantwortlich für die ungenügende Luftqualität sind gemäss dem Bericht der Innet Monitoring AG vor allem der Strassenverkehr. Trotz besserer Motorentechnologie würden die Immissionsziele demnach nicht erreicht, teilte das Amt für Umwelt mit. Es gebe keinen Grund zur Entwarnung.

Die Messungen wurden in den Jahren 2022 und 2023 im Zentrum von Altdorf gemacht, im Zusammenhang mit der Umfahrung, die gebaut wird. «Dabei haben wir festgestellt, dass die Luftqualität im Vergleich zu vor 10 Jahren zwar deutlich besser ist. Jedoch immer noch ungenügend ist und immer noch Grenzwerte überschreitet», erklärt Alexander Imhof, Vorsteher des Amts für Umwelt beim Kanton Uri. «Man sieht, dass seit 2013, als wir die erste Messung gemacht hatten, die Verkehrsmengen in etwa gleich geblieben sind. Aber trotz neuer Technologien sind die Werte sehr hoch. So ist die Luftbelastung in Altdorf gleich hoch wie in den Städten Zug oder Luzern.»

Jahresgrenze bei Russ und Stickstoffdioxid überschritten

Die Jahresgrenzwerte werden gemäss dem Bericht vor allem beim Stickstoffdioxid und beim Russ überschritten. Es seien alles Schadstoffe gefunden worden, die gefährlich sein können für die Gesundheit des Menschen. «Zum Beispiel könnte Stickstoffdioxid Auswirkungen auf die Atmung haben. Russ kann sogar krebserregend wirken und der Feinstaub könnte die Bronchien schädigen», betont Imhof.

Da das Zentrum von Altdorf das am dichtesten besiedelte Gebiet des Kantons sei, seien Massnahmen zur Verbesserung der lokalen Luftqualität «ganz klar notwendig und wichtig». Entlastung für die Altdorfer Luft bringen könnte die im Bau befindliche Umfahrung West-Ost-Verbindung (Wov), denn mit dieser soll der Verkehr im Zentrum verringert werden. «Wir gehen ganz stark davon aus, dass es durch diese Umfahrung wesentlich besser wird», betont Alexander Imhof.

Langsamverkehr muss gefördert werden

Der Analysebericht warne aber davor, einzig den Verkehr zu verlagern. Es brauche demnach zusätzliche Massnahmen, um die Luftqualität in der Region nachhaltig zu verbessern. «Der Langsamverkehr muss gefördert und der öffentliche Verkehr ausgebaut werden. Auch die Begegnungszone in Altdorf muss realisiert werden, dass man weniger schnell und auch weniger oft durch das Dorf fährt», betont Alexander Imhof vom Urner Umweltamt.

Wirksam sein könnte auch eine Förderung des Umstiegs von Töfflis auf E-Bikes. Denn die Töfflis verursachten einen verhältnismässig hohen Anteil der Luftschadstoffe.

(sda/red.)

veröffentlicht: 16. Februar 2024 09:39
aktualisiert: 16. Februar 2024 11:37
Quelle: PilatusToday

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