Wahlen 2024

Hochspannung in Uri: 12 Kandidierende für 7 Regierungssitze

22.02.2024, 17:58 Uhr
· Online seit 22.02.2024, 17:35 Uhr
Beat Jörg (CVP/Die Mitte, seit 2012) und Roger Nager (FDP, seit 2016) treten bei den kommenden Urner Gesamterneuerungswahlen nicht mehr an. Die bisherige reine Männerrunde könnte daher am 3. März Geschichte sein. Drei Frauen stellen sich zur Wahl – mit unterschiedlich grossen Chancen.
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Finanzdirektor Urs Janett (FDP, seit 2016), Sicherheitsdirektor Dimitri Moretti (SP, seit 2016), Vorsteher der Volkswirtschaftsdirektion Urban Camenzind (CVP/Die Mitte, seit 2012), Gesundheitsdirektor Christian Arnold (SVP, seit 2020) und Justizdirektor Daniel Furrer (CVP/Die Mitte, seit 2020) stellen sich zur Wiederwahl.

Starke Frauenkandidaturen

Die bisherige reine Männerregierung erhält von drei starken Frauenkandidaturen Konkurrenz. Für die CVP/Die Mitte war Céline Huber sehr präsent im Wahlkampf. Laut PilatusToday- und Tele 1-Politexperte Armin Camenzind dürfte sie daher im parteiinternen Duell gegen den anderen neuen Kandidaten Hermann Epp die Nase leicht vorne haben. Somit hat Huber gute Chancen, als erste Frau seit 2020 in die Urner Regierung einzuziehen.

Bei der FDP duellieren sich Petra Muheim Quick und Georg Simmen um den Sitz des abtretenden Roger Nagers. Muheim Quick war in der Vergangenheit vor allem im Kanton Zug politisch aktiv. «Sie ist in Uri wohl etwas weniger bekannt als Georg Simmen.» Der aktuelle Gemeindepräsident von Realp könnte daher einen Vorteil haben.

Die dritte Frau ist Luzia Gisler von der 2022 neugegründeten GLP. Sie politisierte lange für die SP und dürfte nun am ehesten SP-Sicherheitsdirektor Moretti den Sitz strittig machen. Allerdings meint unser Politexperte Armin Camenzind: «Ich gehe davon aus, dass Dimitri Moretti (SP) spätestens im zweiten Wahlgang seinen Sitz sichern dürfte. Luzia Gisler hat mit der GLP eine zu wenig grosse Parteibasis, um ihm wirklich gefährlich werden zu können.»

Duell zwischen CVP/Die Mitte und FDP

Wie bereits bei den nationalen Wahlen im vergangenen Herbst dürfte es auch bei den kantonalen Wahlen in Uri ein spannendes Duell zwischen der CVP/Die Mitte und der FDP geben. Für die CVP/Die Mitte Uri ist der Kanton eine Hochburg. Seit jeher ist sie die wählerstärkste Partei und zurzeit mit drei Sitzen in der Regierung vertreten.

«Die Frage ist, ob die CVP neu sogar vier Sitze macht oder bei drei Sitzen bleibt», erklärt PilatusToday- und Tele 1-Politexperte Armin Camenzind im Gespräch. Holt die CVP/Die Mitte also einen vierten Sitz auf Kosten der FDP? Camenzind: «Momentan gehe ich nicht davon aus. Und sonst würde ziemlich sicher der zweite Wahlgang darüber entscheiden.» Dann könnte es zum Duell FDP-Simmen gegen CVP/Die Mitte-Epp kommen.

Auch die SVP stellt mit Hansueli Gisler einen zusätzlichen Kandidaten für einen möglichen zweiten Sitz auf. «Er dürfte allerdings bei den Wahlen eher eine Nebenrolle spielen.» Dasselbe gilt für den parteilosen Sämi Gisler. Seinen Wahlkampf beschränkt der Mann aus Bürglen auf einen Flyer.

veröffentlicht: 22. Februar 2024 17:35
aktualisiert: 22. Februar 2024 17:58
Quelle: PilatusToday

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