Wildschutz

In Urner Wäldern sollen Hunde an die Leine

7. September 2022, 11:30 Uhr
Der Kanton Uri will das Wild besser schützen. So soll Schluss sein mit Schüssen auf Schneehühner und Schneehasen. Der Regierungsrat will die beiden Arten nicht mehr bejagen lassen. Auch soll eine befristete Leinenpflicht für Hunde eingeführt werden.
Eine zeitlich befristete allgemeine Leinenpflicht für Hunde soll während der Setzzeit des Wildes vom 1. April bis zum 31. Juli eingeführt werden.
© TVO
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Die Urner Regierung lässt die Jagdverordnung teilrevidieren und regelt dabei unter anderem die Patente neu, wie den Vernehmlassungsunterlagen zu entnehmen ist, die am Mittwoch publiziert wurden. So wird bei der Niederwildjagd die Jagd auf Schneehühner und Schneehasen nicht mehr aufgeführt.

Im Gegensatz zur Mehrheit der vorbereitenden Begleitkommission beantrage die Regierung, die beiden Arten künftig am Leben zu lassen, da ihr Hauptlebensraum aufgrund des Klimawandels immer kleiner werde.. Eine Bejagung aus Regulationsgründen sei nicht notwendig und lasse sich aus jagdlicher Sicht in erster Linie mit dem Jagderlebnis und der Trophäe rechtfertigen.

Schneehasen sollen im Kanton Uri künftig nicht mehr geschossen werden. (Archivbild)

© KEYSTONE/URS FLUEELER

Die Regierung will diese Einschränkung aber bei den Patentgebühren berücksichtigen. So soll deswegen bei der Niederwildjagd, anders als bei den anderen Patentarten, die Teuerung von 8 Prozent nicht aufgerechnet werden.

Leinenpflicht für Hunde

Nicht nur Schneehühner und -hasen dürfen im Kanton Uri auf mehr Ruhe hoffen: Auch Jungwildtiere will die Regierung zusätzlich schützen, indem neu im Wald und in Waldrandgebieten eine zeitlich befristete allgemeine Leinenpflicht für Hunde während der Setzzeit des Wildes vom 1. April bis zum 31. Juli eingeführt werden soll.

Der Zugang zur Jagd möchte die Regierung jedoch lockern. So müssen ausländische Staatsangehörige nicht mehr zehn Jahre im Kanton Uri Wohnsitz haben, bevor sie jagen gehen dürfen. Auch den Treffsicherheitsnachweis müssen Jägerinnen und Jäger nicht mehr mit ihrer auf der Jagd eingesetzten, sondern einfach mit einer jagdtauglichen Waffe erbringen.

Die Vernehmlassung dauert bist am 30. November 2022.

Quelle: sda
veröffentlicht: 7. September 2022 10:30
aktualisiert: 7. September 2022 11:30