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Hohe Fallzahlen

Ist Uri der neue Corona-Hotspot?

8. April 2021, 12:52 Uhr
Während die Fallzahlen in der ganzen Schweiz steigen, sticht ein Kanton besonders heraus: Uri hat die mit Abstand meisten Coronavirus-Fälle pro 100'000 Einwohner. Das, obwohl der Kanton auch bei den Impfungen ganz vorne liegt.
Hohe Fallzahlen sorgen in Uri für Beunruhigung. (Symbolbild)
© KEYSTONE/Urs Flueeler

Uri ist der neue Corona-Hotspot, bewertet die «NZZ» die hohen Fallzahlen. Mit 796 Fällen pro 100'000 Einwohnern weist der Zentralschweizer Kanton deutliche höhere Zahlen aus als seine Nachbarn und auch im nationalen Vergleich hängt er Verfolger Genf (456 Fälle pro 100'000 Einwohner) locker ab.

Starke Schwankungen wegen kleiner Einwohnerzahl

Alarmiert durch diese Werte appellierte die Kantonsregierung am Dienstag an die Bevölkerung, die Schutzmassnahmen einzuhalten, die Testmöglichkeiten zu nutzen und Kontakte aufs Nötigste zu beschränken.

Der Kanton Uri zählt rund 37'000 Einwohner. Weil man die Fallzahlen jeweils fast um den Faktor 2,5 hochrechnen müsse, könne das schnell dazu führen, dass die Inzidenz innert kurzer Zeit stark ansteigt, meint der Informationsbeauftragte des Kantons Uri Adrian Zurfluh. «Kommt es also in ein oder zwei Altersheimen zu Fällen, wie es gerade der Fall ist, schlägt sich das extrem in der Statistik nieder», erklärt Zurfluh. Die Zahlen könnten aber ebenso schnell wieder sinken.

Corona-Skeptiker planen «Spaziergang durch Altdorf»

Schwer erklärbar seien die hohen Infektionszahlen nicht nur, weil kein Superspreader-Event oder lokaler Hotspot als Ursache auszumachen sei, sondern auch weil Uri der Kanton mit den prozentual meisten vollständig geimpften Personen ist.

«Man muss das ganze im Auge behalten», so Adrian Zurfluh weiter. Konkret seien momentan noch keine Verschärfungen als Reaktion auf den Anstieg geplant, doch könne die Urner Regierung zusammen mit dem Covid-19-Sonderstab in den nächsten Tagen solche beschliessen, sollte es nötig sein.

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Quelle: Tele 1

Weiter für Verunsicherung sorgen Nachrichten in Telegram-Kanälen. Wie die «NZZ» berichtet, rufen dort Corona-Skeptiker trotz Absage und Verbot der geplanten Kundgebung (PilatusToday berichtete) mit bis zu 10'000 Personen dazu auf, am Samstag durch Altdorf zu spazieren. Die Organisatoren der Kundgebung, das «Aktionsbündnis Urkantone für eine vernünftige Corona-Politik», hat derweil ausdrücklich klargestellt, dass man sich an keinerlei anderen Veranstaltungen beteiligen werde. Den Entscheid der Urner Regierung wolle man aber vors Bundesgericht bringen.

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 8. April 2021 12:11
aktualisiert: 8. April 2021 12:52