Abgesagte Corona-Demo

Keine Veranstaltung geduldet: «Polizei wird am 10. April präsent sein»

25. März 2021, 18:48 Uhr
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Quelle: Tele 1

Der 10. April hätte der grosse Tag für Massnahmenkritiker werden sollen. In Altdorf wäre eine Demonstration mit 10'000 Menschen geplant gewesen – die bisher grösste in der Schweiz. Dem hat Polizei und Politik am Donnerstag ein Ende bereitet.

Bei den Veranstaltern der geplanten Demonstration, dem Aktionsbündnis Urkantone, stösst der Entscheid aus Uri auf Unverständnis: «Es gibt keinen ausreichenden sachlichen Grund für dieses Verbot, es handelt sich um eine rein politische Entscheidung", heisst es in der Stellungnahme. Anders sehen das die Entscheidungstreffer.

«Fakten auf Waagschale gelegt»

«Hauptgrund ist die epidemiologische Lage», so Dimitri Moretti, Sicherheitsdirektor des Kanton Uri im Interview mit PilatusToday und Tele 1. Eine Veranstaltung mit 10'000 Personen sei ein Infektionsherd und man habe zuletzt in Liestal (PilatusToday berichtete) gesehen, dass bei so vielen Teilnehmenden die Maskenpflicht nicht eingehalten wird.

Auch die Verkehrs- und Parkkonzepte, die von den Veranstaltern eingereicht wurden, seien nicht genügend gut gewesen, dass man dahinter hätte stehen können, erklärt Moretti weiter.

«Eingriff in Grundrechte»

«Es ist ein trauriger Tag für die Schweiz und die Schweizer Demokratie», lautet das Fazit von Josef Ender, Sprecher vom Aktionsbündnis Urkantone. Man sei davon ausgegangen, die Kundgebung durchführen zu können: «Wir hatten sehr gute Gespräche mit der Urner Polizei», erzählt Ender, diese habe ihnen gesagt, sie hätten das Recht auf eine Durchführung und würden die Bewilligung erhalten.

Das Verbot vom Donnerstagmorgen sei für das Aktionsbündnis ein massiver Eingriff in die Grundrechte, meint Ender. Ganz sicher werde man Einsprache erheben. Wie es danach weitergeht, müsse jetzt besprochen werden.

Urner begrüssen Verbot

Wir haben in Altdorf nach Meinungen zum Verbot gefragt. Die meisten der Befragten befürworten die Entscheidung der Sicherheitsdirektion. «Die Massnahmen zu kritisieren, ist in Ordnung», sagt Ben Wild aus Altdorf, zu weit gehe es aber, wenn man die Gesundheit der Mitmenschen gefährde. Auch Ursula Wiher aus Ennetbürgen ist froh, dass die Kundgebung in Altdorf nicht stattfindet: «In Liestal hat man gesehen, dass sich mehr oder weniger niemand an die Vorgaben gehalten hat.»

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Quelle: PilatusToday / Tele 1

Polizei ist bereit

Zwar vertraue man darauf, dass das Aktionsbündnis die Demo absagt und den Leuten nahelegt am 10. April nicht nach Altdorf zu kommen, doch würde man die nötigen Vorkehrungen treffen, um allfällige Veranstaltungen aufzulösen, sagt Reto Pfister, Kommandant der Kantonspolizei Uri.

Für jene, die sich nicht an die Entscheidung halten wollen, findet Pfister klare Worte: «Wer das Gefühl hat, am 10. April an solchen Veranstaltungen teilnehmen zu müssen, wird bei der Staatsanwaltschaft angezeigt.»

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 25. März 2021 16:59
aktualisiert: 25. März 2021 18:48