Verletzter Urner Schwinger

Matthias Herger: «Als ich die Diagnose erhalten habe, war ich enttäuscht»

Martina Birrer, 22. Mai 2022, 13:06 Uhr
Für Matthias Herger aus Altdorf wäre das Urner Kantonalschwingefest ein Heimspiel gewesen. Doch wegen einer grösseren Verletzung kann er nicht mitschwingen. Ärgerlich für Herger. Trotzdem ist er am Schwingfest und hilft mit.
Matthias Herger hilt dem Speaker und verteilt nebenbei fleissig Autogramme an seine Fans
© PilatusToday

Zu Hause vor Freunden und Familie schwingen. Das hätte Matthias Herger aus Altdorf heute am Urner Kantonalschwingfest in Erstfeld machen können. Leider nur hätte – denn er verletzte sich am Schwyzer Kantonalen.

Die Saison von Herger hat gut angefangen. Das erste kantonale Schwingfest in Baar gewann Matthias Herger zusammen mit Joel Wicki. Gerade Wicki wurde Herger aber am Schwyzer Kantonalschwingfest zum Verhängnis. Im ersten Gang machte Wicki kurzen Prozess mit Herger, er gewann nach einer Minute. Danach humpelte Herger vom Platz, das vordere Kreuzband war gerissen. «Ich spürte einen Zwick und ich wusste, so kann ich nicht fünf Minuten weiter Schwingen», erzählt Herger.

Matthias Herger läuft nach dem Kampf mit Joel Wicki verletzt vom Platz

© KEYSTONE/Urs Flüeler

Operation wird notwendig sein

Herger hat sich nicht nur das vordere Kreuzband gerissen, er hat sich auch noch zwei leichtere Meniskusschäden sowie eine Impressionsfraktur am Oberschenkel zugezogen. Letzteres muss zuerst fünf Wochen abheilen, erst dann kommt eine Operation infrage. Herger: «Damit ich die Stabilität wieder erhalte, muss und werde ich das Kreuzband operieren.» Bis dahin und auch später muss sich Herger aber schonen. Schmerzen verspürt der Altdorfer keine, er humpelt nur sehr leicht. «Ich kann laufen, aber eine Wanderung oder sonst Ähnliches kann ich nicht machen.»

Die Schwing-Saison 2022 ist für Herger also gelaufen. Nach seinem erfolgreichen Start am Zuger Kantonalschwingfest, jetzt eine solche Verletzung zu haben täte weh, sagt Herder: «Als ich die Diagnose erhalten habe, war ich enttäuscht.» Jetzt hätte er sich mit der Situation abgefunden. «Ich möchte nicht den Kopf in den Sand stecken, es ist, wie es ist», erzählt der Schwinger.

Herger schwingt am liebsten im Urner Land

Heute ist Matthias Herger aber schon etwas wehmütig. Wie er im Interview sagt, schwinge er am liebsten zu Hause, denn: «Die Reaktionen der Zuschauer, wenn man zu Hause einen Gang gewinnt, sind einzigartig. Es applaudieren viel mehr, als wenn ich auswärts schwinge.» Auch hätte er heute gerne seine Urner Kameraden im Sägemehl unterstützt und gezeigt, was die Urner Schwinger so alles können.

Am Schwingfest ist Herger aber trotzdem. Er unterstützt den Speaker und sagt ihm, wer auf welchem Platz zusammen greift oder wer gerade wo gewonnen, gestellt oder verloren hat. «Ich kenne viele auswärtige Schwinger, da kann ich gut mithelfen», so Herger.

Zuerst überlegte es sich der Altdorfer Schwinger, ob er helfen soll oder nicht. «Es ist ein komisches Gefühl, wenn ich zuschaue und gerne mitschwingen würde. Wäre ich nicht am Arbeiten, dann wäre ich nicht auf den ersten Gang gekommen.» Wegen der Arbeit ist er aber trotzdem am Morgen früh bereits aufgetaucht. Die Arbeit würde ihm gefallen, sagt Herger: «Ich kann mit den Leuten sprechen und sehe viele Freunde, ich finde es gut.»

Auch die Zuschauer haben Freude, dass der Gewinner des Zuger Kantonalschwingfest in Erstfeld ist, vor allem die Kleinen. Immer wieder kommen sie zu Matthias Herger und bitten ihn um ein Autogramm. «Es macht mich schon stolz, wenn die Kleinen mich kennen und ein Autogramm haben möchten.»

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 22. Mai 2022 14:50
aktualisiert: 22. Mai 2022 14:50
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