Hafenprojekt Urnersee

Sawiris: «Ein einfaches Nein hätte gereicht»

9. Februar 2022, 18:27 Uhr
Der Widerstand gegen das Hafenprojekt des ägyptischen Investors Samih Sawiris zeigt Wirkung. Wie Sawiris bekannt gab, sind die Pläne eines Bootshafens in Flüelen gestorben. Am Marina-Standort Isleten will er aber festhalten.
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Quelle: PilatusToday/Andreas Wolf

Wegen des grossen Widerstands gegen die Yachthafen-Idee im Urnersee in Flüelen hat der ägyptische Investor Samih Sawiris seine Pläne verkleinert. Aus einem Hafen in Flüelen inklusive Hotels, Gastronomie und Flaniermeile wird definitiv nichts. Dies sei aber auch nie konkret geplant gewesen, machte ein etwas überraschter Sawiris vor den Medien klar. Die Frage, ob man in Flüelen eine Marina haben wolle oder nicht, sei schlicht falsch interpretiert worden. «Ich habe das Gefühl, dass die Leute durch die Medienberichte denken, dass wir zwei Projekte am See haben wollen – das stimmt nicht.» Sawiris und sein Team wollten lediglich von der Bevölkerung in Flüelen eine Antwort, ob sie an einer Marina interessiert wären.

Bis jetzt erhielt er noch keine Antwort, da das Prozedere der Antworten einzuholen, länger dauert, als die Medien darüber berichten. «Hätte man mir bereits vor drei Monate gesagt, dass kein Interesse an einem Hafen besteht, wäre das Thema längst gestorben», so Sawiris weiter. «Ein einfaches ‹Nein› hätte gereicht.»

Pläne in Isleten bleiben bestehen

Anders sieht es in Isleten aus. Der Plan von einem neuen Bootshafen ist – im Gegensatz zu jenem von Flüelen – nach wie vor präsent. Dort hat Samih Sawiris ein gutes Gefühl. «Dort gibt es bereits heute einen Hafen am See. Es gibt eine Strasse, welche direkt in den See führt. Es gibt in Isleten auch alte, hässliche Gebäude – diese will ich durch schönere ersetzen.» Am Standort Isleten habe er es deshalb auch bereits gewagt, Land zu kaufen. Geplant sind künstliche Buchten im Landesinneren, an denen Boote anlegen könnten. Dort sollen Hotels, Wohnungen und Gastrobetriebe realisiert werden.

Mehr Einsicht in das Projekt sollen die Gemeinden und die Bevölkerung Mitte März bekommen.  Jedoch erst, wenn die ersten Skizzen von den Umweltverbänden abgesegnet worden sind.

Petition gegen Sawiris Pläne

Umweltverbände und die Grünen äusserten sich vergangene Woche kritisch über das Projekt in Flüelen. Die Grüne Uri hatte beim Kanton und den betroffenen Gemeinden Seedorf und Flüelen eine Petition eingereicht. Sie sollen sich dafür einsetzen, dass das Grossprojekt nicht realisiert wird, da man sich um die Natur im Reuss-Delta sorgt. «Eine deplatzierte Idee, weil zwischen den beiden Standorten ein Naturschutzgebiet ist, es mehr Verkehr verursachen wird und in Isleten Urner Geschichte überbaut wird», äusserten sich die Grünen damals. 

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Quelle: PilatusToday/Andreas Wolf

Auch das Komitee «Der Urnersee gehört uns» äusserte sich vergangene Woche zu den Plänen Sawiris und zeigt sich nun erleichtert. «Für diejenigen, welche auf der Allmend in Flüelen wohnen oder ein Gewerbe betreiben, war es die vergangenen eineinhalb Jahre lang unklar, wie die Zukunft aussehen wird», so Elias Bricker vom Komitee. Was Sawiris Baupläne zu Isleten betreffen, tut sich Bricker schwer damit: «Ich verstehe nicht, warum man an einem Ort, bei dem nur noch wenig Kulturland vorhanden ist, einen See ausbaggern will.» Das weitere Vorgehen will Bricker und sein Komitee noch besprechen.

(mja)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 9. Februar 2022 18:28
aktualisiert: 9. Februar 2022 18:28
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