Erstfeld

Trotz Hochbetrieb an Ostern: Gotthard-Fischzucht gibt auf

03.04.2024, 16:51 Uhr
· Online seit 03.04.2024, 16:49 Uhr
«Friähner ad Säck»: Dies hatte es vor Ostern aufgrund der hohen Nachfrage geheissen. Nun sieht alles anders aus. Die Gotthard-Zander-Fischzucht in Erstfeld muss den Betrieb einstellen.
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Die Geschichte der «Basis 57 nachhaltige Wassernutzung AG» begann im Jahr 2007. Mit dem Bau der NEAT wollten die Urner Unternehmer das warme Abwasser nutzen, um eine Fischzucht zu betreiben.

Nun haben «hohe Energiekosten und der schwache Markt die ‹Basis 57› in den Ruin getrieben», schreibt die «Luzerner Zeitung». Über die Ostertage seien die über 1000 Aktionärinnen und Aktionäre informiert worden, dass die hohen Kosten nicht mehr gedeckt werden können.

So berichtete Tele 1 am am 26. März 2024 über die Zander-Zucht in Erstfeld:

Menschen kaufen billigeren Fisch

Zwar sei es der Firma gelungen, den Umsatz zu verdoppeln. Auch seien die Gespräche mit Migros, Coop und weiteren Detailhändlern gut verlaufen, schreibt die Zeitung. Die Verfünffachung der Energiekosten und die ebenso bedeutende Verteuerung von weiteren betriebsrelevanten Kosten konnte die «Basis 57» aber nicht mehr stemmen.

Die erhöhten Kosten hätten den Verkauf von Premium-Produkten erschwert. «Aktuell verlangt der Markt primär nach billigem Fisch, dessen Herkunft leider als nicht entscheidend betrachtet wird», schreibt das Unternehmen.

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Notschlachtung kann verhindert werden

«Jemanden zu finden, der in dieser Situation Geld aufbringt, die Anlage zu kaufen und wieder hochzufahren, ist in der aktuellen Phase und in absehbarer Zeit illusorisch», erklären die Verantwortlichen.

Immerhin konnte der Konkurs umgangen werden. Mit der Valperca S.A. schluckt eine Walliser Firma die Fischzucht in Erstfeld. Sie übernehme sämtliche Anlagen, Vorräte und die Mehrheit der Aktien. Das Aktienkapital gehe jedoch verloren.

Dies sei die bessere Lösung als ein Konkurs, da damit die offenen Personalkosten bis Ende März durch die Übernahme gedeckt werden können. Zudem müssten dadurch die derzeit 50 Tonnen Fische in den Becken der Anlage nicht notgeschlachtet werden.

(red.)

veröffentlicht: 3. April 2024 16:49
aktualisiert: 3. April 2024 16:51
Quelle: PilatusToday

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