Isleten in Uri

Umweltverbände sind skeptisch gegenüber dem Marina-Projekt am Urnersee

24. Juni 2022, 08:27 Uhr
Die Projektidee einer Marina an der Isleten wirft weiterhin hohe Wellen: Urner Umweltverbände signalisieren nach einer Einschätzung der Projektidee Vorbehalte.
So stellt sich der ägyptische Investor Samih Sawiris den Hafen in Isleten ungefähr vor.
© PD

Die Umweltschutzorganisationen Ärztinnen und Ärzte für den Umweltschutz, Aqua Viva, Fondation Franz Weber, Pro Natura Uri, Fischereiverband Uri, VCS Uri und WWF Uri haben eine erste Einschätzung zum Marina-Projekt gemacht.

Pia Tresch, Geschäftsstellenleiterin von Pro Natura Uri, wird dazu in einer Medienmitteilung zitiert: «Eine Umgestaltung gemäss der skizzierten Projektidee auf der Isleten wirkt sich stark auf Natur und Umwelt aus. Wir schätzen die vorgestellte Projektidee als nicht gesetzeskonform und daher als nicht bewilligungsfähig ein.»

Mehrverkehr in geschützter Landschaft

«Die Verkehrssituation ist an Spitzentagen, insbesondere auf dem See, schon heute kritisch. Wir sind äusserst skeptisch, ob die Mehrbelastung tragbar ist», wird Harriet Kluge, Geschäftsleiterin VCS Uri, zitiert. «Das Projekt würde die vielschichtigen Belastungen durch den motorisierten Individualverkehr erhöhen, dies auch im Siedlungsgebiet der Gemeinde Seedorf.» Das Delta der Isleten gehört zum prägenden Naturraum im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN) Vierwaldstättersee.

Toni Moser, Co-Präsident der Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz Zentralschweiz, hält in der Mitteilung fest: «Die präsentierte Idee verändert den Landschaftsraum am Urnersee gravierend und verstösst damit gegen Schutzziele des BLN. In dieser Form ist das Projekt nicht bewilligungsfähig.»

Lebendige Gewässer und Waldgebiete

Die Projektidee widerspreche zudem dem Gewässerschutzgesetz: So liegen Bauten in den bereits heute ungenügend ausgeschiedenen Gewässerräumen. Dies müsse angepasst werden. «Wichtig ist auch, dass eine natürliche Deltaentwicklung möglich wird. Darüber hinaus ist der Erhalt von wertvollen Waldflächen zentral.» Fabian Haas, Geschäftsführer des WWF Uri: «Wenn Wald in diesem Gebiet gerodet wird, braucht es Aufforstungen am gleichen Ort.»

Das Gebiet auf der Isleten ist ein geschützter Ort. Esther Leitgeb, Bereichsleiterin Gewässerschutz bei Aqua Viva, führt aus: «Dieses Gebiet bedarf ökologischer Aufwertungen, insbesondere an den Gewässern wie beispielsweise die Revitalisierung des Isentalerbaches und des Seeufers.»

(pd/nke)

Quelle: Luzerner Zeitung
veröffentlicht: 24. Juni 2022 08:27
aktualisiert: 24. Juni 2022 08:27
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