Kantonsfinanzen UR

Uri sackt 2020 weniger tief ins Minus als befürchtet

18. März 2021, 10:49 Uhr
Der Kanton Uri rutscht in die roten Zahlen. (Symbolbild)
© KEYSTONE/GAETAN BALLY
Der Kanton Uri schliesst das Coronajahr 2020 mit einem Defizit von über 8 Millionen Franken ab und rutscht damit erstmals seit 2005 in die roten Zahlen. Insbesondere die Schweizerische Nationalbank (SNB) verhinderte aber schlimmeres.

423,6 Millionen Franken betrug der Aufwand in der Kantonsrechnung, am Ende blieb ein Fehlbetrag von 8,2 Millionen Franken, wie die Urner Finanzdirektion am Donnerstag mitteilte. Budgetiert war ein Minus von 13,8 Millionen Franken. Im Vorjahr hatte der Kanton noch einen Überschuss von knapp 7 Millionen Franken ausgewiesen.

Dass es dem Kanton finanziell schlechter erging, hat auch mit dem Ertrag aus dem nationalen Finanzausgleich zu tun, der um 4,2 Millionen Franken schrumpfte. Hauptverantwortlich für das Defizit sei aber die Coronapandemie, hiess es.

So gingen die Steuererträge um 4,4 Millionen Franken zurück auf 89,1 Millionen Franken. Sie lagen damit nicht nur tiefer als budgetiert, sondern auch tiefer als im Vorjahr. Davon sind gemäss Schätzung der Finanzdirektion 3,4 Millionen Franken der Coronakrise geschuldet, die Umsetzung der Staf-Vorlage schmälerte den Ertrag ebenfalls.

Weniger Bussen verteilt

Auch Mindererträge bei den Bussen und Mehraufwand wegen der Pandemie belasten die Rechnung mit weiteren rund sechs Millionen Franken. Eine Verbesserung gegenüber dem Budget im Umfang von 5,7 Millionen Franken verschaffte dagegen die vierfache Ausschüttung der SNB. Auch andere Aufwandpositionen, etwa beim Personal, im Asylwesen und beim Spital fielen geringer aus.

Ins Auge sticht der deutliche Rückgang des Nettovermögens von 68,3 Millionen Franken auf noch 18,1 Millionen Franken. Dies sei dem hohen Mittelabfluss durch die Grossinvestitionen und dem negativen Jahresergebnis geschuldet, was allerdings voraussehbar gewesen sei.

Die Nettoinvestitionen von 56,3 Millionen Franken sind 9,6 Millionen Franken tiefer als budgetiert. Der Grossteil entfällt mit 28,6 Millionen Franken auf Hochbauten, 14,6 Millionen Franken kosteten die Kantonsstrassen. Angesichts der erschwerten Bedingungen wertet der Urner Regierungsrat den Rechnungsabschluss positiv, die Vorgaben des Gesetzes zum Haushaltsgleichgewicht würden eingehalten.

Quelle: sda
veröffentlicht: 18. März 2021 10:49
aktualisiert: 18. März 2021 10:49