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Elementarschäden

Uri setzt bei der Gebäudeversicherung weiterhin auf den Markt

24. August 2021, 11:15 Uhr
Im Kanton Uri soll es weiterhin keine kantonale Gebäudeversicherung geben. Der Regierungsrat will zwar das Gebäudeversicherungsgesetz totalrevidieren, er belässt es dabei aber bei kleinen formalen und sprachlichen Anpassungen, wie er am Dienstag mitteilte.
Uri hat seine Lehren aus dem Unwetter von 1987 gezogen und die Gebäudeversicherung für obligatorisch erklärt.
© KEYSTONE/STR

Im Kanton Uri müssen Gebäude erst seit knapp 30 Jahren gegen Schäden, die durch Feuer, Hochwasser, Lawinen oder Erdrutsche verursacht werden, versichert werden. Das Versicherungsobligatorium war nach dem Unwetter von 1987 geschaffen worden, bei dem viele nicht oder ungenügend versicherte Hausbesitzer auf dem Schaden oder Teilen davon sitzen geblieben waren.

Der Regierungsrat will das 1993 von den Stimmberechtigten gutgeheissene Gebäudeversicherungsgesetz nun totalrevidieren. Grosse Änderungen seien aber nicht geplant, schrieb er in seiner Vernehmlassungsbotschaft. Mängel seien bereits bei einer Teilrevision 2008 behoben worden.

Formelle Änderungen

Beheben will der Regierungsrat «Alterungsspuren» in den Gesetzesformulierungen und gewisse verfahrenstechnische Unklarheiten. Auch soll die sprachliche Verständlichkeit verbessert werden. Weil von diesen formellen Änderungen fast alle Artikel betroffen seien, werde das Gesetz dennoch einer Totalrevision unterzogen werden.

Auch mit der Totalrevision des Gebäudeversicherungsgesetzes wird damit in Uri keine kantonale Elementarschadenversicherung geschaffen. Eine solche Monopolversicherung kennen 19 Kantone, in sieben Kantone, zu denen Uri gehört, können die Hauseigentümer die Versicherung bei einem privaten Anbieter abschliessen.

Diese Lösung habe sich bewährt, hielt der Regierungsrat in seiner Vernehmlassungsbotschaft fest. Uri sei aufgrund seiner Topografie grösseren Risiken ausgesetzt als andere Kantone, dies bei einer relativ kleinen Bevölkerung. Eine kantonale Versicherung hätte damit hohe Rückversicherungskosten zu tragen.

Doch auch für die Versicherten habe diese Lösung Vorteile, erklärte der Regierungsrat weiter. Sie könnten sich im freien Markt für einen Versicherer entscheiden und ihre Policen optimieren.

Quelle: sda
veröffentlicht: 24. August 2021 11:24
aktualisiert: 24. August 2021 11:15