Neue Geschäftsidee

Urner Jungunternehmer züchten Gemüse mit Fischkot

21. April 2021, 07:33 Uhr
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Quelle: Tele 1

Was haben Kühe und Fische gemeinsam? Die Exkremente beider Tierarten enthalten wichtige Nährstoffe. Diese können als Dünger helfen, Kräuter und Salat zu züchten. Genau dies versuchen drei Urner Jungunternehmer im grossen Stil.

In Erstfeld steht die grösste Fischzuchtanlage der Schweiz. Diesen Heimvorteil wollen sich drei Jungunternehmer aus dem Kanton Uri zu Nutze machen. Sie haben sich mit ihrer Firma Symbergy zum Ziel gesetzt, mit dem Abwasser der Fischzuchtanlage Sprossen, Kräuter und Gemüse zu züchten. Die besagten Pflanzen wachsen allerdings nicht draussen auf dem Feld, sondern drinnen in einer Art Hochregallager.

Funktionieren soll dies folgendermassen: Genau wie im Fluss, See oder Meer scheiden Fische logischerweise auch in der Zucht Kot aus. Dieser bleibt im Wasser zurück. Mit einem speziellen Filter soll der Fischkot aus dem Abwasser herausgefiltert und anschliessend so aufbereitet werden, dass er als Dünger genutzt werden kann.

Urner stossen in neue Sphären vor

Die Idee, eine Fischzuchtanlage mit der Aufzucht von Pflanzen zu verbinden, ist zwar nicht komplett neu. Doch in diesen Dimensionen hat sich bisher noch niemand an ein ähnliches Projekt gewagt. Derzeit werden die Urner Sprossen, Kräuter & Co. zwar noch auf drei Etagen und einer Fläche von einem Quadratmeter gezüchtet. Ziel ist es aber, dies künftig auf einer Fläche von 120 Quadratmetern und in einem deutlich höheren Raum zu tun.

Finanziert werden soll das Mega-Projekt durch die Schweizerische Agentur für Innovationsförderungen Innosuisse. Ein entsprechendes Gesuch ist bereits eingereicht. Zudem arbeiten die Jungunternehmer aus dem Kanton Uri auch mit der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) zusammen.

(scd)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 21. April 2021 06:28
aktualisiert: 21. April 2021 07:33