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Viele offene Fragen

Urner Unternehmen bereiten sich auf Massentests vor

29. März 2021, 18:50 Uhr
Kann ich von meinen Mitarbeitern verlangen, dass sie sich regelmässig testen lassen? Und falls ja, wer bezahlt und woher bekomme ich solche Tests? Solche Fragen stellen sich Zentralschweizer Unternehmen momentan, weil laut dem Bund möglichst viel getestet werden soll. Heute sind diese Fragen auf den Tisch gekommen.
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Quelle: Tele 1

In einer Videokonferenz informierten Vertreter der Urner Kantonsregierung am Montag über die Durchführung der seriellen Corona-Tests in Unternehmen und Betrieben. Im Vergleich zu anderen Kantonen soll der Ablauf in Uri sehr einfach sein.

Ziel der Testoffensive sei es, Infektionsketten dort früh zu erkennen, wo es zu vielen Kontakten komme, so Emil Kälin, Chef des Urner Covid-19 Sonderstabes am Montag. Zur Teilnahme gezwungen werde dabei aber niemand. Für Unternehmen sowie die Mitarbeitenden sind die Tests freiwillig. Quarantäne-Erleichterungen gebe es zwar noch keine, das könnte sich jedoch ändern.

Geglückte Pilotphase

Bereits vor drei Wochen habe man das Testkonzept beim Bundesamt für Gesundheit BAG eingereicht und gleichzeitig ein Pilotprojekt gestartet, erklärt Gesundheitsdirektor Christian Arnold. Die Resultate seien positiv: «Vor allem administrativ und logistisch hat es gut funktioniert», so Arnold. Auch was die Verlässlichkeit der Testresultate angeht, sei man zufrieden.

Kein Gesundheitspersonal nötig

Nebst dem Contact-Tracing und dem Impfen sei das Testen ein wichtiges Element, um aus der Krise herauszukommen, sagt Emil Kälin. Vorgesehen sei ein wöchentlicher PCR-Speicheltest, für dessen Durchführung kein Fachpersonal nötig ist.

Betriebe können sich online für die Tests anmelden. Es muss ein kurzer Fragebogen ausgefüllt werden, dann erhalte man in der Regel in wenigen Stunden eine Antwort, so Kälin. Bestellen kann man die Tests direkt beim Labor. Dafür braucht es eine ausgefüllte Excel-Liste mit den Daten der teilnehmenden Mitarbeitenden.

Leicht durchführbare Tests

Praxistests hätten gezeigt, dass die Umsetzung sehr einfach sei. Es muss mit einer Salzlösung gegurgelt werden, diese wird dann in einen Becher gespuckt, welcher im Test-Kit beinhalteten ist und die Probe muss am Schluss mit einer Vakumspritze aus dem Becher entnommen werden, erklärt Emil Kälin. Zwei Tage ist die Probe ohne Kühlung haltbar – sechs mit. Zu beachten gilt, dass zwei Stunden vor dem Test kein Essen oder Trinken konsumiert werden darf.

Noch keine erleichterte Quarantäne

Getestet werden kann jeder, auch Personen, die mehrheitlich im Homeoffice arbeiten. Nur jene, die in den letzten drei Monaten an Corona erkrankten, sollten auf die Tests verzichten. Kosten fallen für die Betriebe keine, oder nur zu Vernachlässigende an. Ob es in Zukunft für teilnehmende Unternehmen Lockerungen bei den Quarantäneregeln gibt, sei noch nicht abschliessend geklärt, betont Christian Arnold. Stand jetzt sei dies aber nicht der Fall.

(mda)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 29. März 2021 18:43
aktualisiert: 29. März 2021 18:50