Ärger mit dem Wolf

«Verlust ist riesig» – Fünf Schafe in Göschenen gerissen

11. August 2022, 18:01 Uhr
Im Gebiet Voralp in Uri sind diese Woche insgesamt fünf tote Schafe gefunden worden. Die Wildhut geht aufgrund der Spuren von einem Wolf aus, der die Tiere getötet hat. Ob es sich beim Raubtier um den Wolf handelt, der zum Abschuss freigegeben wurde, ist nicht klar.

Quelle: PilatusToday

«Wir hatten in der Voralp diese Woche fünf Risse. Die Wildhut war vor Ort und hatte die Risse begutachtet und konnte diese aufgrund der Kehlbisse einem Wolf zuordnen», erzählt der Urner Jagdverwalter Josef Walker. Zudem wurden DNA-Proben genommen und Fotofallen aufgestellt.

Die Schafshalterin Regula Baumann hatte die toten Schafe gefunden: «Ich habe am Montag bei der Kontrolle auf der Alp zwei tote Schafe gefunden. Als ich dann am Dienstag die Meldung erhalten habe, dass ein weiteres totes Schaf aufgefunden wurde, bin ich mit zwei Personen der Wildhut auf die Alp.» Weil es sich um einen Wolfsangriff handelte, beschloss die Schafhalterin die Nacht auf der Alp zu verbringen.

Am Mittwoch hat Baumann dann zwei weitere tote Schafe gefunden. Für die Schafshalterin ein schwerer Schlag: «Der Verlust ist für uns riesig. Wir investieren viel Zeit und Herzblut in unsere Schafe.»

Abschussbewilligung kann nicht reaktiviert werden

Ob es sich beim besagten Wolf um das gleiche Tier handelt, welches im Mai bei Wassen insgesamt 18 Nutztiere gerissen hatte, ist noch unklar. Für diesen Wolf hätte bis Ende Juli eine Abschussbewilligung gegolten. Die Abschussbewilligung könne laut Josef Walker, dem Urner Jagdverwalter, jedoch nicht reaktiviert werden. «Wir haben dies beim Bund abgeklärt. Das ist aber rechtlich nicht möglich.» Man habe grosse Anstrengungen unternommen, um den schadenstiftenden Wolf zu schiessen. Jedoch erfolglos.

Wunsch nach schneller Handhabe

Insgesamt müssen zehn Nutztiere in einer geschützten Situation gerissen worden sein, bis ein Wolf zum Abschuss freigegeben werden kann, erklärt Walker. Deshalb könne der Wolf, der für die Risse in der Gemeinde Göschenen verantwortlich ist, aktuell nicht geschossen werden. Für Regula Baumann eine unbefriedigende Situation: «Für mich ist es klar: Es ist der gleiche Wolf. Und ich frage mich, müssen jetzt wieder zehn Schafe gerissen werden, bis der Wolf zum Abschuss freigegeben werden kann.»

Falls es weitere Schafsrisse gebe, müsste sie die Schafe von der Alp führen – viel früher als geplant, was einen Mehraufwand bedeute. Die Schafshalterin würde sich wünschen, dass zukünftig viel schneller gehandelt werde und die Regulation von Grossraubtieren einfacher werde.

Mehrere Risse im Mai

Bereits im Mai wurden in der Gemeinde Wassen bei drei Angriffen insgesamt fünf Ziegen und 13 Schafe getötet. Daraufhin wurde der betroffene Wolf von der Urner Sicherheitsdirektion zum Abschuss freigegeben. Das Tier konnte jedoch innert der Frist von 60 Tagen nicht erlegt werden.

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 11. August 2022 17:34
aktualisiert: 11. August 2022 18:01
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