Asiatische Marienkäfer

Wenn Schädlingsbekämpfer zur Plage werden

3. November 2020, 10:34 Uhr
Der asiatische Marienkäfer wird in der Schweiz zunehmend zur Plage.
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Oft werden Marienkäfer als Glücksbringer angesehen. Dies zurecht, denn im Garten sind sie gern gesehene Schädlingsbekämpfer. Ihre asiatischen Verwandten bringen jedoch einige Nachteile mit sich.

In den 80er-Jahren wurde der asiatische Marienkäfer in Mitteleuropa zur Schädlingsbekämpfung in Treibhäusern eingeführt. Dort sollte er sich vor allem den Blattläusen entledigen. Im Vergleich zu unseren einheimischen Marienkäfern sind die asiatischen gefrässiger. So vertilgen sie pro Tag 100 bis 270 Blattläuse und haben es auch auf Spinnmilben, Wanzen, Blattwespen und andere Käferarten abgesehen.

Wie das Amt für Umweltschutz des Kanton Uri mitteilt, haben die einheimischen Arten einen schweren Stand gegenüber ihren asiatischen Konkurrenten. Diese sind widerstandsfähiger und verdrängen darum die einheimischen Arten mehr und mehr. Mittlerweile haben sie sich bei uns im Freiland etabliert und kommen in der ganzen Schweiz vor.

Charakteristisch für den asiatischen Marienkäfer ist die «W» oder «M» Form auf dem Kopf des Glücksbringers.

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Problem für Weinbauern

Wo der asiatische Marienkäfer weiterhin gerne gesehen wird, sind Obstkulturen. Sie sind wirkungsvolle Schädlingsbekämpfer. Anders sieht es beim Rebbau aus. Wenn die Nächte im Herbst kälter werden verkriechen sich die Käfer gerne zwischen den Trauben. Gelangen sie während der Weinlese mit in die Verarbeitung der Trauben, wirkt sich das negativ auf die Qualität des Weins aus.

Doch nicht nur Rebstöcke werden in der kalten Jahreszeit von den asiatischen Marienkäfern gerne aufgesucht. Auf der Suche nach einem Winterquartier bilden sie grosse Schwärme. An Hauswänden und Fensterläden hängen teilweise tausende Exemplare. Für die Bewohner eine Plage. Abhilfe kann hier der Staubsauger schaffen. Den Beutel sollte man danach gut verschliessen und für einige Stunden im Tiefkühlfach lagern. Zerdrücken ist nicht empfehlenswert, da dies Flecken und einen unangenehmen Geruch hinterlässt. (red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 3. November 2020 10:35
aktualisiert: 3. November 2020 10:34