Erste Statistik

Wolf in Uri hat 58 Tiere gerissen

25. Januar 2023, 08:33 Uhr
Erstmals hat der Kanton Uri eine Statistik zu Wolfsattacken veröffentlicht. Gemäss dieser sind im vergangenen Jahr 58 Nutztiere gerissen worden. Die Halter der Tiere erhielten für den entstandenen Schaden gut 32'000 Franken.
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Zwischen Mai und September wurden im Kanton Uri 52 Schafe und 6 Ziegen von Wölfen getötet. Die Mehrheit der Tiere riss der Wolf auf vier Alpen im Gebiet der Gemeinde Wassen. Dazu kamen vier weitere Alpen in Unterschächen, Göschenen, Isenthal und Andermatt.

Wolfsattacken in schwierig zu schützenden Gebieten

Die Risse hätten sich in ungeschützten und nicht zumutbar schützbaren Situationen sowie im Projektgebiet «Alpkonzept Oberes Reusstal» ereignet, heisst es im Jahresbericht, den der Kanton Schwyz am Dienstag veröffentlichte.

Das Projekt «Alpkonzept Oberes Reusstal» läuft seit 2017. Dessen Ziel ist es, die weidenden Tiere in den abgelegenen und schwer zugänglichen Alpen zu schützen. Solange das Konzept noch nicht vorliegt, gelten die Herden im Projektgebiet als geschützt.

Zwei Abschussbewilligungen erteilt

Im Mai und August 2022 gaben die Urner Behörden je einen Wolf, der viele Nutztiere gerissen hatte, zum Abschuss frei. Die Abschussbewilligung galt jeweils für ein bestimmtes Gebiet und während längstens 60 Tagen. Der Wolf konnte beide Male nicht geschossen werden.

Halter von gerissenen Nutztieren erhalten vom Staat eine Entschädigung. Diese wird für die Risse sowie für die Bergung und Entsorgung der gerissenen Tiere ausbezahlt. Insgesamt beliefen sich die im Kanton Uri ausbezahlten Entschädigungen auf 32'375 Franken.

Quelle: PilatusToday

Analysen nur bedingt erfolgreich

Wenn es die Situation zulässt, versucht die Wildhut den Wolf, der ein Nutztier gerissen hat, mit Hilfe von DNS-Analysen zu bestimmen. 2022 gelang dies drei Mal. Es handelte sich um die drei Männchen M252, M260 und M289. Sie gehören allen der italienischen Population an und wurden erstmals genetisch in der Schweiz nachgewiesen.

Quelle: sda
veröffentlicht: 25. Januar 2023 05:54
aktualisiert: 25. Januar 2023 08:33