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Zentralschweiz

Verkürzte Quarantäne: «Wir müssen jetzt Lösungen suchen»

30. Dezember 2021, 06:41 Uhr
Wer in Amerika oder Grossbritannien an Corona erkrankt, aber keine Symptome hat, muss nur noch fünf, statt zehn Tage in Quarantäne. Auch in der Schweiz wird über eine Herabsetzung der Quarantäne diskutiert. Das BAG befürchtet nämlich, dass aufgrund der langen Quarantäne bald zu viele Leute bei der Arbeit fehlen.
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Eine Verkürzung der Quarantäne auf fünf Tage würde Adrian Derungs, Direktor der Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz, begrüssen. «Omikron ist sehr ansteckend. Wenn alle Personen, auch jene, die keine Symptome haben, in Quarantäne müssen, dann könnte es in vielen Branchen knapp werden.» Denn gerade Mitarbeitende im Gesundheitswesen, im Detailhandel, bei Blaulichtorganisationen, im Gewerbe und der Industrie könne man nicht einfach ins Home Office schicken.

«Diese Diskussion muss geführt werden»

Auch Flugpersonal kann schlecht von zu Hause aus arbeiten. Die Swiss musste jüngst wegen fehlendem Personal und zu wenigen Buchungen 2900 Flüge streichen. Die Fluggesellschaft unterstützt deshalb die Forderung nach einer verkürzten Quarantäne. Gegenüber nau.ch sagt die sie: «Die Swiss unterstützt jegliche medizinisch gerechtfertigte Verkürzung der Quarantäne.»

Dass es zu einer Knappheit kommen könnte, das sehen auch die Experten des Bundesamts für Gesundheit so. An der Pressekonferenz vom Mittwoch sagte der Zuger Kantonsarzt Rudolf Hauri: «Dass die Quaranäte für asymptomatische Personen verkürzt werden kann, diese Diskussion muss geführt werden.»

Druck auf Mitarbeitende im Büro steigt

Noch ist die Situation laut der Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz aber entspannt. Die meisten Unternehmen hätte keine Probleme wegen fehlender Mitarbeitenden. Allerdings könne sich das schnell ändern. Am Mittwoch meldete das BAG 17'634 neue Corona-Ansteckungen. Es sei deshalb jetzt an der Zeit, Lösungen zu suchen, so Adrian Derungs. «Es ist wichtig, dass wir bereit sind und nicht einfach warten und warten.» Würden die Mitarbeiter knapp, dann erhöhe sich der Druck. Nicht nur jener auf die Lieferketten sondern auch jener auf die Mitarbeitenden, die noch im Büro seien und Überstunden leisten müssen. «Das geht nicht spurlos an der Gesellschaft und den Menschen vorbei.»

Entschieden ist noch nichts. Der Druck auf die Unternehmen wird aber mit jedem Mitarbeitenden, der zu Hause bleiben muss, grösser. Stand Mittwochnachmittag sind rund 82'000 Personen in der Schweiz in Isolation oder Quarantäne.

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 30. Dezember 2021 05:54
aktualisiert: 30. Dezember 2021 06:41