Kritik am «Böögg» in Uri

Von «die armen Tiere» bis «wer zahlt das alles?»

Chantal Gisler, 19. April 2021, 13:10 Uhr
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Quelle: CH Media Video Unit / TeleZüri

In den sozialen Medien wird die «Böögg»-Verbrennung in der Schöllenenschlucht diskutiert. Manche User sorgen sich um die Tiere, die in der Schlucht leben und finden den Anlass unnötig. Landammann Urban Camenzind hat weniger Bedenken. Nur das Wetter machte ihm Sorgen.

Heute Montag um 17.50 Uhr wird der «Böögg» in der Schöllenenschlucht verbrannt (wir berichten). In den sozialen Medien wurde in den letzten Tagen Kritik an dem Vorhaben laut. «Muss das sein?», fragen sich sich viele User. «So ein Blödsinn, der ‹Böögg› gehört nach Zürich und nicht auf die Teufelsbrücke», stellt ein anderer User klar.

Aber auch wegen dem ausgestossenen CO2 und wegen der Tiere machen sich einige Sorgen. Denn die Schöllenenschlucht ist für ihre schöne Natur bekannt und auch für die verschiedenen Tierarten. Die Tiere würden durch den Knall verschreckt. Und das alles nur, weil die Zürcher Tradition nicht ein Jahr ausfallen könne.

Landammann Urban Camenzind nimmt Stellung: «Wir haben uns vorab mit den zuständigen Amtsstellen abgesprochen und alles rund um den Standort abgeklärt», sagt er. Es gebe Auflagen, an die sich die Organisatoren halten müssen.

Bedenken wegen des Wetters

Ursprünglich sollte Uri bei den Feierlichkeiten in Zürich als Gastkanton zugegen sein. Wegen der Pandemie sind Grossveranstaltungen wie das Verbrennen des «Bööggs» nicht erlaubt. Das Zentralkomitee der Zünfte Zürichs (ZZZ), das den Anlass organisiert, hat den Gastkanton Uri gefragt, ob sie den «Böögg» hier verbrennen dürften. Der «Böögg» könne wegen der abgeschiedenen Lage besser vom Publikum abgeschirmt und sicher verbrannt werden, lautet das Argument.

Camenzind sagt dazu: «Die Zürcher haben die Teufelsbrücke von Anfang an vorgeschlagen und wollten es unbedingt dort machen.» Bei den Urnern gab's Bedenken, aber vor allem wegen dem Wetter. Dieses kann in der Schöllenenschlucht teilweise sehr schnell umschlagen. Deshalb wurde ein alternativer Standort gesucht. Auf der Liegewiese vor dem Seerestaurant in Seedorf wurde die Verbrennung parallel geplant.

Ohne grosses Fest und ohne Publikum wird der «Böögg» heute Montag verbrannt. Schaulustige sind nicht zugelassen. Die Strasse wird kontrolliert und zwischen 17.50 und 18.45 Uhr gesperrt.

Gute Werbung für Uri

Aber wer finanziert den ganzen Aufwand, den die Urner für das Geisterfest auf sich nehmen? Auch das wird in den sozialen Medien heiss diskutiert. «Die Kosten für die Abklärungen um den Standort übernimmt der Kanton Uri», sagt Urban Camenzind. Auch an das Gerüst rund um den Böögg zahlt der Kanton etwas. «Die restlichen Kosten werden von den Zürchern übernommen.»

Camenzind freut sich, dass der Anlass jetzt doch stattfinden kann. «Das Gesuch von den Zürcher Zünften wurde von uns wohlwollend bearbeitet.» Er sieht den Anlass auch als Werbung für den Kanton Uri, die Schöllenenschlucht und die Teufelsbrücke. Die Zusammenarbeit klappe hervorragend. «Wir freuen uns, dass sie mit dieser Idee zu uns gekommen sind.»

Chantal Gisler
Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 19. April 2021 12:55
aktualisiert: 19. April 2021 13:10