Wie 2018

Wegen Hitzewelle droht massenhaftes Fischsterben

15. Juli 2022, 13:29 Uhr
Die Zentralschweiz steckt mitten in einer Hitzewelle. Auch die Wassertemperaturen steigen. Besonders im Kanton Luzern macht man sich deshalb grosse Sorgen. Ein massenhaftes Fischsterben drohe.
2018 starb 90 Prozent der Äschen-Population, als die Wassertemperaturen auf über 27 Grad kletterten.
© Douglas Sacha / Gettyimages / Pixabay

Zehntausende Äschen und Bachforellen wurden im Hitzesommer 2018 notfallmässig abgefischt. Dennoch starb 90 Prozent der Äschen-Population, als die Wassertemperaturen auf über 27 Grad kletterten. «Es ist nicht auszuschliessen, dass sich ein ähnliches Szenario auch dieses Jahr ereignen könnte, sagt Philipp Amrein, Leiter Fachbereich Fischerei des Kantons Luzern, gegenüber «20 Minuten»

2018 starben rund 90 Prozent Aesch-Population.

© KEYSTONE/SFV SCHWEIZERISCHER FISCHEREI VE/RAINER KUEHNIS

In grossen Gewässern wie der Reuss und der kleinen Emmen sei die Situation momentan gut. «Der Vorteil ist, dass die Nächte bisher kühl waren und darum die Temperaturen in diesen Gewässern noch nicht in die Höhe gestiegen sind», so Amrein. Die Reuss profitiere zudem von kühleren Seitengewässern.

Kritischer ist die Situation in kleinen Gewässern. Amrein war am Mittwoch im Entlebuch: «Dort ist es möglich, dass wir schon in den nächsten Tagen Bachforellen abfischen und in sichere Gewässerabschnitte im selben Bach umsiedeln müssen.» Da wir erst am Start der Hitzewelle stehen, dürfte es laut Amrein in kleinen Gewässern zu Notabfischungen kommen. «In der Reuss ist nichts zu machen, da können wir nur hoffen, dass es gut geht.»

In der Reuss ist die Situation weniger dramatisch.

© Keystone/URS FLUEELER

Auch im Kanton Schwyz ist man angespannt

«Es kann in den kommenden Tagen passieren, dass der eine oder andere Bach zu warm und dadurch zu sauerstoffarm für die Forellen wird», so Kuno von Wattenwyl, Abteilungsleiter Artenförderung und Artenschutz Fischerei bei der kantonalen Stelle Umwelt, Natur und Landschaft in Schwyz. An kritischen Stellen würden dann die Fische abgefischt werden.

«Wir haben aber kein aufgezogenes Monitoring. Wir kennen die kritischen Bachabschnitte gut und es gibt einige Fischer, die uns immer wieder Meldungen machen – das läuft von selber sehr gut», erklärt Kuno von Wattenwyl gegenüber «20 Minuten».

Entspannter sieht man die Lage in den Kantonen Zug und Uri. Die Wasserstände und Wassertemperaturen seien in keinem kritischen Bereich.

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 15. Juli 2022 12:18
aktualisiert: 15. Juli 2022 13:29
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