Flüchtlingssituation

Wie viele Geflüchtete in der Zentralschweiz kommen aus der Ukraine?

Nicole Huber, 28. November 2022, 07:31 Uhr
Seit dem Frühjahr und somit dem Kriegsbeginn in der Ukraine kommen immer mehr Flüchtlinge nach Europa. Die ukrainischen Geflüchteten erhalten seither grosse Aufmerksamkeit. Doch was ist mit Geflüchteten anderer Herkunft?
Wie viele Geflüchtete sind aktuell in der Zentralschweiz? Und wie viele davon stammen aus der Ukraine? Wir haben nachgefragt.
© KEYSTONE/DPA/HANNIBAL HANSCHKE
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Schlagzeilen wie «Ukrainische Flüchtlinge erhalten Hilfe bei Jobsuche» oder «Luzern richtet einen eigenen Sozialdienst für Ukraineflüchtlinge ein» sind seit Kriegsbeginn in der Ukraine überall zu lesen. Ist von Geflüchteten die Rede, versteht sich von allein, dass es sich um Ukrainerinnen und Ukrainer handelt. Doch was ist mit den Menschen anderer Herkunft? Schliesslich machen Ukrainerinnen und Ukrainer «nur» einen Anteil von 42 Prozent der Geflüchteten in der Zentralschweiz aus.

5000 ukrainische Geflüchtete in der Zentralschweiz

In der Zentralschweiz befinden sich aktuell 12'690 Geflüchtete (Stand: je nach Kanton Ende Oktober bis Mitte November). Die Flüchtenden aus der Ukraine machen davon rund 42 Prozent aus.

5385 Ukrainerinnen und Ukrainer halten sich aktuell in der Zentralschweiz auf. Die Schutzsuchenden sind dabei vor allem in den Kantonen Luzern, Schwyz und Zug zu finden. Der Kanton Luzern hat mit 2500 Geflüchteten die höchste Anzahl Menschen aus der Ukraine zugewiesen bekommen. Dies liegt daran, dass Luzern der bevölkerungsreichste Kanton der Zentralschweiz ist.

Kanton Luzern arbeitet auf Hochtouren

«Aktuell befinden sich 65 Prozent mehr Personen in unserer Zuständigkeit als Anfang Jahr», schreibt die Dienststelle Asyl- und Flüchtlingswesen des Kantons Luzern auf Anfrage. «Das ist eine enorme Auslastung», der Kanton arbeite deshalb auf Hochtouren. Momentan sind 6400 Personen in Obhut des Kantons (Stand: Mitte November).

4 von 10 Geflüchteten stammen aus der Ukraine. Die Geflüchteten im Kanton Luzern kommen nebst der Ukraine hauptsächlich aus Ländern wie Eritrea, Syrien, Afghanistan oder aus der Türkei.

Kanton Zug ist noch nicht ausgelastet

Anders sieht es im Kanton Zug aus. Trotz 2244 aufgenommenen Geflüchteten (Stand: Ende Oktober) ist Zug noch nicht an seine Grenzen gestossen. «Aktuell ist die Lage so, dass wir noch weitere Personen aufnehmen könnten», lässt der Kanton verlauten.

Ähnlich geht es den Kantonen Ob- und Nidwalden. Sie haben noch Kapazität, um weitere Geflüchtete aufzunehmen. Ebenso Uri, dort könne man noch eine limitierte Anzahl Personen aufnehmen. Der Kanton sei aber auf der Suche nach weiteren Unterkünften, um bald noch mehr Geflüchteten Platz zu bieten, lässt der Kanton Uri verlauten.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 28. November 2022 10:05
aktualisiert: 28. November 2022 10:05