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Ausbleibendes Gewitter

«Wir machen nicht extra schlimmere Prognosen»

30. Juli 2021, 21:53 Uhr
Die Meteorologen und der Bund haben für den späteren Freitagnachmittag vor heftigsten Unwettern gewarnt. Passiert ist in weiten Teilen der Zentralschweiz aber nicht viel. Es hat nur sehr lokal Gewitter gegeben. Ein Experte ordnet ein.
Die erwarteten heftigen Gewitter blieben für einmal vielerorts aus.
© KEYSTONE/Arno Balzarini

Bereits Anfang Woche sagten die Meteorologen, dass Ende Woche erneute Unwetter zu erwarten seien. Am Freitag selbst rief der Bund die Gefahrenstufe 3 von 4 aus. Im Verlauf des Nachmittags erhöhte er die Warnstufe in gewissen Regionen der Zentralschweiz sogar auf die höchste Stufe (PilatusToday berichtete).

Doch wie in Luzern wurde es vielerorts nur kurz schwarz am Himmel. Es regnete zwar, aber grosse und heftige Gewitter blieben für einmal aus – trotz den Unwetterwarnungen der Meteorologen. «Es war sicher Potential da für heftige Gewitter. Im Grossen und Ganzen ging es nun aber doch glimpflicher aus als erwartet», sagt Reto Vögeli von MeteoNews. Lokal hätte es zum Teil aber sehr kräftige Gewitter mit Hagel gegeben. Etwa im Kanton Obwalden.

Wetterprognosen sind mit Vorsicht zu geniessen

Doch wieso lagen die Experten diesmal so falsch? War die Prognose aufgrund der heftigen Gewitter in den vergangenen Wochen bewusst etwas zugespitzt? «Wir machen nicht extra schlimmere Prognosen als befürchtet», so Reto Vögeli. «Dass es schwierig mit den Gewittern ist, ist bekannt. Es ist eine Einschätzung, die wir immer von Neuem machen. Aber das Wetter birgt halt das Risiko, dass es mal heftiger oder weniger heftig wird.»

Weiter erklärt der Meteorologe, dass es verschiedene Varianten und Modelle gibt. Und die meisten hätten gezeigt, dass am Freitag viel Potential für Gewitter vorhanden war. Unwetterwarnungen seien jeweils aber mit Vorsicht zu geniessen – vor allem, wenn sie weit im Voraus kommen. Anders sehe es bei sehr kurzfristigen Warnungen aus. Diese müssen laut Vögeli sehr ernst genommen werden.

(scd)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 30. Juli 2021 18:35
aktualisiert: 30. Juli 2021 21:53