Littering-Problem

Abfallberge machen Zug und Luzern zu schaffen

26. April 2021, 15:33 Uhr
Littering wird wegen der Corona-Pandemie immer mehr zum Problem.
© KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER
Das schöne und warme Frühlingswetter hat am Wochenende die Leute in Scharen nach draussen gelockt. Viele tankten Sonne am Seeufer oder in Naherholungsgebieten. Das Resultat: zurückgelassener Abfall und überfüllte Güselkübel. Doch Besserung ist bald in Sicht.

Viel Sonnenschein und Temperaturen von knapp 20 Grad – das vergangene Wochenende hat sich von seiner schönsten Seite gezeigt. Viele Leute packten die Gelegenheit beim Schopf und machten eine Wanderung, flanierten durch die Altstadt oder erholten sich am See. Soweit so gut. Doch die Leute hinterliessen auch eine riesige Menge Abfall.

So unter anderem auch am Zugersee. Auf Facebook verschaffte Urs Raschle seinem Ärger Luft: Der Vorsteher des Departements Soziales, Umwelt und Sicherheit der Stadt Zug postete ein Foto mit zurückgelassenen Glacé-Bechern, Champagnerflaschen, Bierdosen und Plastiksäcken. Dazu schreibt er: «So sah es heute Morgen am See aus! Nicht schön.»

So sah es heute Morgen am See aus! Nicht schön. Ich verstehe Jeden der sich darüber enerviert. Ganz ehrlich, ich bin...

Posted by Urs Raschle on Sunday, April 25, 2021

Bekanntes Problem

Laut Stefan Juch, Leiter Sicherheit und Verkehr der Stadt Zug, hat sich die Situation vor allem am Seeufer zwischen dem Hafen und dem Landsgemeindeplatz stark zugespitzt: «Die Situation überbordet. Es ist schwierig, die Abfallproblematik in den Griff zu bekommen.» Littering sei zwar bereits in den 90er-Jahren ein Problem gewesen. Doch die Corona-Pandemie habe die Situation nochmals verschärft.

Wie viel Abfall am Wochenende in Zug zusammengekommen ist, konnte Juch noch nicht sagen. Die Zahlen liegen jeweils erst am Dienstag vor. Durch das grosse Take-away-Angebot komme aber automatisch mehr Abfall zusammen, der irgendwo entsorgt werden muss. Pizzaschachteln, Dönerbox & Co. lassen grüssen.

Terrassen-Öffnung zeigt Wirkung

Ähnliche Beobachtungen hat auch die Stadt Luzern gemacht. Auch sie stellt mit dem einziehenden Frühling deutlich mehr Abfall fest als in anderen Jahren. «In normalen Zeiten leerten wir unsere Güselkübel mit Solarzellen auch an schönen Tagen einmal täglich. Mittlerweile sind drei bis vier Leerungen pro Tag nötig», sagt Florian Aschbacher, Leiter Betrieb und Strassenunterhalt der Stadt Luzern.

Trotz mehr Abfall gebe es einen Silberstreif am Horizont: «Die Öffnung der Gartenbeizen hat uns bereits etwas geholfen.» Am ersten Wochenende nach der Lockerung der Corona-Massnahmen (PilatusToday berichtete) hätten sich wieder viele Leute im Restaurant verpflegt. Daher sei über die letzten Tage etwas weniger Abfall eingesammelt worden. Genaue Zahlen konnte aber auch Aschbacher nicht nennen, da die gesammelte Abfallmenge nicht pro Wochenende erhoben wird.

Städte haben Problem erkannt

Um mit den immer grösser werdenden Abfallbergen fertig zu werden, haben die Städte reagiert. Luzern beispielsweise hat an neuralgischen Punkten zusätzliche Plastikcontainer aufgestellt. Zudem wurden die Abfalltouren angepasst und gewissen Mitarbeitern andere Aufgaben übertragen. «Dies wurde möglich, weil die Bars nach wie vor geschlossen sind. Daher können die für diese Arbeiten verantwortlichen Mitarbeiter an anderen Orten eingesetzt werden», sagt Florian Aschbacher.

Die Stadt Zug will demnächst auf die Abfallproblematik reagieren. Sie plant per nächstem Monat eine neue Anti-Littering-Kampagne mit dem Namen «Zug blibt suuber». Mit dieser sollen die Zugerinnen und Zuger wieder sensibilisiert werden, ihre Abfälle korrekt zu entsorgen. Die genauen Details der Kampagne will der Kanton Zug am Mittwoch bekannt geben.

(scd)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 26. April 2021 15:33
aktualisiert: 26. April 2021 15:33