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Ex Zuger Heilmittelinspektor

Amtsgeheimnis verletzt? Luděk Čáp muss bei der Polizei antraben

15. Juni 2021, 18:01 Uhr
Mit seinen Strafanzeigen gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber sowie die ganze Zuger Kantonsregierung machte der entlassene Zuger Heilmittelinspektor Luděk Čáp letztes Jahr Schlagzeilen. Weil er das Amtsgeheimnis verletzt haben soll, musste er sich am Dienstag selbst bei der Polizei erklären.
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Quelle: Tele 1

«Strafverfahren betreffend Verletzung des Amtsgeheimnisses» steht auf der Vorladung der Zuger Polizei geschrieben, die Luděk Čáp erhalten hat und die PilatusToday vorliegt.

Ausgelöst durch eine Kontrolle in einer Arztpraxis, die seine Vorgesetzten verhindern wollten, kam es zur Freistellung und anschliessender Entlassung des ehemaligen Zuger Inspektors. Dieser ging in die Offensive, zeigte seinen Arbeitgeber und die ganze Zuger Regierung an und wandte sich an die Medien. Hat er damit gegen das Amtsgeheimnis verstossen? Das will die Zuger Strafverfolgungsbehörde wissen und lädt Luděk Čáp am frühen Dienstagmorgen vor.

Wir treffen ihn und seinen Anwalt im Anschluss und wollen wissen, was er zu den Vorwürfen sagt. Er habe nie Amtsgeheimnisse verraten und plane auch nicht, dies in Zukunft zu tun, sagt Čáp gegenüber PilatusToday und Tele 1.

Die Einvernahme durch die Polizei wurde im Auftrag der Staatsanwaltschaft durchgeführt. Die Befragung wird an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet, die die Strafuntersuchung führt.

Der ehemalige Inspektor ist derweilen überzeugt, dass er sich nichts zu Schulden kommen lassen hat. Er sei deshalb guten Mutes, dass die Untersuchung gegen ihn eingestellt werde.

Die Zuger Staatsanwaltschaft hat sich am Dienstag nicht zum Fall geäussert. Auf Anfrage wurde auf das laufende Verfahren verwiesen.

Hängig ist ein zweites Verfahren, bei dem untersucht wird, ob seine sofortige Freistellung und Kündigung rechtens waren. Für Čáp ist klar: «Das war auf keinen Fall rechtens.»

Die Einvernahme ist seiner Ansicht nach gut und fair verlaufen. «Es wurden die Fragen gestellt, die gestellt werden mussten. Der Beamte war sehr höflich und korrekt.» Er ist zuversichtlich, dass beide Verfahren zu seinen Gunsten ausfallen.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 15. Juni 2021 18:02
aktualisiert: 15. Juni 2021 18:01