Anzeige gegen Kanton Zug

Arztpraxis in Oberägeri wird erneut kontrolliert

Mario Trlaja, 28. August 2020, 19:47 Uhr
Die von Luděk Čáp kontrollierte Praxis wird in den nächsten Tagen neu inspiziert.
© PilatusToday
Die Strafanzeige gegen Kantonsarzt Rudolf Hauri und Regierungsrat Martin Pfister durch den freigestellten Heilmittelinspektor Luděk Čáp schlug hohe Wellen. In diesen Tagen soll die betroffene Praxis erneut kontrolliert werden.

In einer Arztpraxis werden über 20 Mängel im Umgang mit Medikamenten festgestellt. Weshalb bleibt die Praxis weiterhin geöffnet? Wie schwerwiegend sind die gefundenen Mängel? Wer stellt sicher, dass diese behoben werden? Die Zuger Gesundheitsdirektion hat sich jetzt zu diesen offenen Fragen geäussert.

«Es gibt keinen Grund, die Praxis zu schliessen»

Mängel, die bei einer Heilmittelinspektion festgestellt werden, hätten nicht die Schliessung der betroffenen Praxis zur Folge. Praxisinhabern werde die Gelegenheit geboten, die festgestellten Mängel innert Frist zu beheben, erklärt Aurel Köpfli von der Zuger Gesundheitsdirektion auf Anfrage von PilatusToday.

Unbefangene Kontrolle angekündigt

«Im angesprochenen Fall wird in diesen Tagen eine Kontrolle der Praxis stattfinden. Es gibt keinen Grund, die Praxis zu schliessen.» Wer diese Kontrolle durchführen wird und wann genau diese stattfindet, dazu konnte man bei der Gesundheitsdirektion keine genaueren Angaben machen. Man sei im Gespräch mit mehreren externen Inspektoren, heisst es auf Anfrage.

Die betroffene Praxis sollte auf den 1. September an einen anderen Standort verlegt werden. Der Umzug verzögere sich jedoch auf Ende September. Die Inspektion werde daher am alten Standort durchgeführt, sagt Aurel Köpfli. «Die Praxis verfügt nach wie vor über eine gültige, von der Heilmittelkontrolle ausgestellte Bewilligung.» Auf Anfrage von PilatusToday konnte die Bewilligung nicht eingesehen werden. Diese falle unter das Amtsgeheimnis, heisst es.

Brief an Zuger Regierungsräte

Der freigestellte Heilmittelinspektor Luděk Čáp wandte sich am letzten Sonntag per E-Mail an alle Zuger Regierungsräte. Darin stellt er die Frage, wer die Verantwortung dafür übernehme, dass durch die festgestellten Mängel in der Arztpraxis die Gesundheit der Bevölkerung nicht riskiert werde. Auf Anfrage von PilatusToday sagt Čáp, er habe auf seine Fragen bisher keine Antwort erhalten.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 28. August 2020 19:40
aktualisiert: 28. August 2020 19:47