Training in Magglingen

«Athleten kennen sich zu gut» – Pirmin Reichmuth kritisiert Schwinger-Kollegen

5. Mai 2022, 22:05 Uhr
Die Top-Schwinger nutzen die Steuerzahler zu stark aus, indem sie sich zum Teil monatelang auf deren Kosten in Magglingen aufhalten. Davon ist der Zuger Pirmin Reichmuth überzeugt. «Darunter leidet auch die Attraktivität», sagt der Schwinger.
Pirmin Reichmuth jubelt nach seinem Sieg gegen Kilian Wenger am ESAF in Zug. (Archiv)
© KEYSTONE/Ennio Leanza

Viele Zweikämpfe wären attraktiver, wenn sich die «Bösen» nicht bis zu einem halben Jahr im nationalen Sportzentrum im bernischen Magglingen aufhalten würden. «Die Duelle zwischen Joel Wicki und Samuel Giger sind auch deshalb immer besonders spektakulär, weil sich die beiden höchstens einmal im Jahr begegnen. Aber andere potenzielle Spitzenpaarungen werden von der Langeweile geprägt, weil sich die Athleten aufgrund der vielen gemeinsamen Trainings in Magglingen zu gut kennen», zitiert «Blick» den Schwinger Pirmin Reichmuth.

Reichmuth verzichtet auf Reha in Magglingen

Der 27-Jährige hat seit dem Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest 2019 in Zug keinen Ernstkampf mehr bestritten. Nach den coronabedingten Absagen in Jahr 2020 erlitt Reichmuth 2021 im Training bereits seinen vierten Kreuzbandriss.

Als Sportsoldat hätte Reichmuth seine Reha wie viele andere Spitzenschwinger in Magglingen absolvieren können. Doch wie auch der Thurgauer Samuel Giger lehnte er bisher alle Einladungen der Schwinger-WK-Leitung ab.

«Ich habe zwar nichts dagegen einzuwenden, wenn ein Schwinger in Magglingen pro Jahr die obligaten drei Wochen WK absolviert. Aber es stört mich, wenn sich einige Kollegen während Monaten auf Kosten des Steuerzahlers in Magglingen aufhalten. Schliesslich sind wir Schwinger keine Athleten, welche die Schweiz bei Wettkämpfen im Ausland vertreten», sagt er gegenüber «Blick».

Comeback frühestens im Juli

Sein Wettkampf-Comeback wird der zweifache Eidgenosse frühestens im Juli geben. Im Hinblick auf das Eidgenössische Ende August wolle er nichts überstürzen, zumal ihm in den Zweikämpfen das letzte Quäntchen Vertrauen in sein Knie noch fehle.

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 5. Mai 2022 16:03
aktualisiert: 5. Mai 2022 22:05
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