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Betrüger sammeln Spenden im Namen von Hilfsorganisationen

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Betrüger sammeln Spenden im Namen von Hilfsorganisationen

12.04.2023, 15:22 Uhr
· Online seit 12.04.2023, 05:44 Uhr
Im Kanton Zug sammelte ein Rumäne Geld für eine gemeinnützige Organisation. In der Tat bereicherte er damit aber sich selbst. Organisationen warnen vor solchen Hochstaplern und geben Tipps.
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Gerade an Bahnhöfen und in Fussgängerzonen stehen häufig Leute von gemeinnützigen Organisationen und versuchen, neue Spender zu gewinnen. Leider kommt es aber immer wieder vor, dass auch Betrüger versuchen, sich mit gefälschten Spendenformularen zu bereichern.

So musste sich beispielsweise kürzlich ein 38-jähriger Rumäne vor der Zuger Staatsanwaltschaft verantworten, weil er vergangenen Februar den Passanten vorgaukelte, für die Organisation «Handicap International» Geld zu sammeln, wie «Zentralplus» berichtete. Stattdessen füllte er seine eigenen Taschen mit dem gesammelten Geld. Der Rumäne wurde zu einer bedingten Geldstrafe und 300 Franken Busse verurteilt.

Für Luzerner Polizei nichts Neues

Glücklicherweise sei dies in Zug ein Einzelfall. Die Zuger Polizei erklärt auf Anfrage, dass momentan keine aktuellen Fälle von Fake-Spendensammler bekannt seien. Anders im Kanton Luzern. Immer wieder kommt es vor, dass Menschen auf den Strassen ohne Bewilligung Geld sammeln. Eine solche ist in Luzern nötig. In wie vielen Fällen es sich dabei allerdings um eine Betrugsmasche handelt, wird statistisch nicht festgehalten.

Dennoch: Im vergangenen Jahr wurde in Luzern 70 Prozent mehr ohne Bewilligung Geld gesammelt als im Vorjahr. Während 2021 noch 86 Mal illegal gebettelt wurde, waren es vergangenes Jahr 147 Fälle. Gemäss der Luzerner Polizei komme dies gerade dort vor, wo sich viele Passanten aufhalten. Im Sommer hauptsächlich im Freien und im Winter in Kaufhäusern und Tiefgaragen.

Auch Betrugsfälle im Allgemeinen haben letztes Jahr zugenommen. So waren es 2022 insgesamt 779 Fälle, was vier Prozent mehr waren als im Vorjahr.

Problematik nimmt in der Schweiz zu

Für «Handicap International» ist es frustrierend, wenn Menschen ihre Organisation für einen Betrug missbrauchen. Es sei zwar nichts Neues – es werde aber immer schlimmer. «Wir stellen im Jahr 2023 eine Zunahme dieser betrügerischen Spendensammlungen fest. Seit Anfang des Jahres wurden 50 Fälle bestätigt», so Handicap International auf Anfrage. Am stärksten betroffen seien die Kantone St.Gallen mit 14 Fällen und Zürich und Bern mit je 12 Fällen.

Man arbeite dabei eng mit den Polizeikorps und Justizbehörden zusammen und erstatte bei jedem gemeldeten Verstoss eine Anzeige. Auch würde man auf der Webseite regelmässig davor warnen.

Niemals Bargeld spenden

Damit man nicht Opfer einer Betrugsmasche auf der Strasse wird, gibt es einige Punkte, die man dabei beachten soll. Gemeinnützige Organisationen sammeln nie Bargeld. So handhabt es auch die Corris AG, welche für verschiedene Vereine Infostände in Fussgängerzonen betreut. Die Bezahlung würde dabei jeweils per Debit-, Kreditkarte, Twint oder Lastschriftverfahren geschehen.

Ausserdem würden Organisationen wie Handicap International nicht in zivilen Kleidern Spenden sammeln, sondern in erkennbarer «Uniform». Zudem würden alle Aktionen, die durchgeführt werden, auf der Webseite angekündigt.

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veröffentlicht: 12. April 2023 05:44
aktualisiert: 12. April 2023 15:22
Quelle: PilatusToday

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