Zug

Crypto International entlässt fast alle Mitarbeiter

3. Juli 2020, 18:26 Uhr
Über die Maschinen der Schweizer Crypto AG hatte die Schweiz Zugriff auf Informationen aus der ganzen Welt.
© Keystone
Die Cyber-Security-Firma Crypto International AG entlässt über 80 Mitarbeitende. Dies als Folge der Spionage-Affäre.

Weil der Bundesrat der Crypto International AG mit Sitz in Steinhausen keine Ausfuhrbewilligung erteilt, meldet diese nun eine Massenentlassung: Laut einem Bericht der «NZZ» wird über 80 Mitarbeitenden gekündigt. Demnach wurde die Belegschaft am Freitagmorgen darüber informiert, dass 83 der 85 Arbeitsplätze in der Schweiz abgebaut würden. Das Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Zug bestätigte die bevorstehende Entlassung auf Anfrage der «NZZ».

«Bemühungen waren vergeblich»

Der Schritt tue ihnen «unendlich leid», wird das Besitzerpaar Linde in dem Bericht zitiert. Doch der Schritt sei «unvermeidlich» gewesen. «Alle unsere Bemühungen, die Schweizer Behörden davon zu überzeugen, dass unser Unternehmen nie etwas mit der früheren Crypto AG zu tun hatte, waren vergeblich», heisst es weiter.

Andreas und Emma Linde hatten den internationalen Teil der früheren Crypto AG vor zwei Jahren gekauft. Die Massenentlassung ist die Folge der so genannten Crypto Affäre. Medien hatten aufgezeigt, dass die Herstellerin von Chiffriergeräten lange Zeit im Besitz von US-amerikanischen und deutschen Geheimdiensten war. Heimlich soll in viele Geräte eine Hintertür eingebaut worden sein. Dadurch konnten die Geheimdienste die Kommunikation mitverfolgen.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 3. Juli 2020 18:27
aktualisiert: 3. Juli 2020 18:26