EVZ-Trainer kämpft mit Tränen

Das sind die Zuger Meisterhelden und ihre Emotionen!

08.05.2021, 15:01 Uhr
· Online seit 08.05.2021, 14:37 Uhr
Der EVZ war der grosse Titelfavorit und der EVZ hat geliefert. Die Zuger hatten nicht nur die besten Einzelspieler, sondern waren auch das beste Team. Wir zeigen dir die wichtigsten Puzzleteile für den zweiten Zuger Meistertitel.

Quelle: PilatusToday

Anzeige

Wer bei 65 Spielen (Qualifikation & Playoffs) in einer Saison 50 als Sieger verlässt und dabei einen neuen Punkterekord (119 Punkte) aufstellt, streckt am Ende der Saison den Meisterpokal zu Recht in die Höhe. In den letzten Jahren waren die Zuger mehrmals nahe am Titel. Zweimal wurden sie von abgeklärten Bernern und einmal vom Coronavirus ausgebremst. In dieser Saison haben die Puzzleteilchen endlich zusammengepasst. 23 Jahre nach Walz, Rötheli, Muller & Co. hat Zug neue Meisterhelden.

EVZ-Meistertrainer Dan Tangnes kämpft mit den Tränen:

Quelle: PilatusToday

Leonardo Genoni – die Titelgarantie

Den Traum vom zweiten Meistertitel träumte man in Zug schon länger. Mit der Verpflichtung des jetzt sechsfachen Meister-Goalies Leonardo Genoni auf die Saison 2019/2020 wurde aus dem Meistertraum eine Meisterpflicht. Der 33-jährige Zürcher hat in dieser Saison erneut bewiesen, was einen Meister-Goalie ausmacht. In den ausschlaggebenden Partien zeigte Genoni sein bestes Hockey. Sei es beim entscheidenden Viertelfinalspiel gegen den SCB (15 Paraden) oder beim Finalauftakt gegen Genf (35 Paraden). Genoni hielt alles, was auf seinen Kasten zugeflogen kam und ermöglichte seinem Team jeweils einen eishockeyuntypischen 1:0-Sieg.

Genoni ist in der wichtigen Phase der Saison komplett im Tunnel. Während den Playoffs ein Interview mit dem WM-Silbermedaillen-Gewinner? Ein Ding der Unmöglichkeit.

Raphael Diaz – der scheidende Leitwolf

Es ist beinahe das perfekte Drehbuch: Nach insgesamt 14 Saisons im Dress der Zuger führt der Captain und die Identifikationsfigur Raphael Diaz den EVZ zum lang ersehnten Titel. Das Drehbuch hat leider auch ein paar dunkle Seiten. Im vergangenen Dezember wurde bekannt, dass sich der EVZ und sein Captain nicht auf eine Vertragsverlängerung einigen konnten und der Routinier auf die nächste Saison zu Fribourg-Gottéron wechselt. Es ist Diaz und dem Team hoch anzurechnen, dass diese Unruhen keinen Einfluss auf das Geschehen auf dem Eis hatten. Diaz blieb der bekannte Leader, Motivator, Ruhepol und Verteidigungsminister. Im zweiten Finalspiel steuerte er zwei Assists zum wichtigen Auswärtssieg bei. Schade, dass Diaz das Kapitel EVZ schliesst. Schön, dass er es mit dem Titel macht.

Jan Kovar – der kämpfende Künstler

Denkt man an eine Szene von Jan Kovar in der Finalserie gegen Servette zurück, kommt einem wahrscheinlich der harte Check gegen Genfs Topscorer Henrik Tömmernes nach 15 Sekunden im ersten Finalspiel in den Sinn. Der Tscheche zeigte Servette sofort die Zuger Härte, die schlussendlich der Schlüssel für den Titelgewinn war. Kovars’ Hauptaufgaben sind nicht harte Checks, sondern Assists und Tore. 63 Punkte sammelte der 31-jährige Liga-Topscorer in der Qualifikation und auch in den Playoffs war er der fleissigste Punktesammler. Kovar ist die Zuverlässigkeit in Person. In den zwei Jahren beim EVZ verpasste er keine einzige Partie.

Das Team – auch die vierte Linie kann Meister

Die Zuger Mannschaft ist gespickt mit herausragenden Einzelspielern. Ohne die Paraden Genonis, ohne Assists Kovars und ohne die Tore Hofmanns wäre der EVZ nicht Meister geworden. Doch der wahre Schlüssel zum Erfolg ist, dass die sportliche Führung um Sportchef Reto Kläy und Trainer Dan Tangnes ein Team aufbaute, das von der ersten bis in die vierte Linie defensive Stabilität als auch Torgefahr aufs Eis brachte.

Durch den Zuger Titel fliesst Zuger Blut

Es ist nicht abzustreiten: Der EVZ hat sich seinen zweiten Meistertitel einiges kosten lassen. Mit Genoni, Hofmann und Diaz tragen einige der bestbezahlten Eishockeyspieler in der Schweiz den Dress der Zuger. Doch auch zahlreiche junge Zuger Eigengewächse trugen zum Titel bei. Der Stanser Tobias Geisser (Jahrgang 1999) und der Steinhauser Livio Stadler (Jahrgang 1998) waren wichtige Bestandteile der Zuger Abwehr.

Für den Ur-Zuger Lino Martschini geht ein Traum in Erfüllung:

Quelle: PilatusToday

«Es ist ein Kindheitstraum, der in Erfüllung gehen könnte», sagte EVZ-Stürmer Yannick Zehnder (Jahrgang 1997) nach dem Sieg in Genf. Auch sein Stern ging in dieser Saison so richtig auf. Der Flügel sammelte in der Qualifikation stolze 33 Scorerpunkte. Die jungen Zentralschweizer spielen nicht nur auf dem Eis eine wichtige Rolle, sondern geben dem EVZ auch ein Gesicht.

EVZ-Stürmer Yannick Zehnder erhält Glückwünsche von seiner Familie:

Quelle: PilatusToday

Als Yannick Zehnder in seinem Baarer Kinderzimmer vom Meistertitel mit Zug träumte, jubelten ihm sicherlich Tausende Fans von den Tribünen zu. Es ist den jungen Zugern zu wünschen, dass sie im Frühjahr 2022 den Pokal vor 7'200 euphorisierten Fans in die Höhe strecken dürfen.

veröffentlicht: 8. Mai 2021 14:37
aktualisiert: 8. Mai 2021 15:01
Quelle: PilatusToday

Anzeige
Anzeige
redaktion@pilatustoday.ch