Förderpreis

Junge Zugerin entwirft BHs für Brustkrebs-Patientinnen

Irene Müller, 30. Juni 2020, 23:27 Uhr
Jedes Jahr erkranken in der Schweiz Tausende Frauen an Brustkrebs. Einige davon kämpfen mit dem Gefühl, bei der Operation ein Stück ihrer Weiblichkeit zu verlieren. Megan Kelso aus Baar entwarf für ihre Bachelorarbeit BHs, die Krebspatientinnen wieder attraktiv und elegant fühlen lassen.

Brustkrebs und der häufig damit verbundene Verlust einer oder gleich beider Brüste ist oft noch ein Tabuthema. Das hat die HSLU-Absolventin des Studiengangs «XS Schmuck» Megan Kelso dazu bewogen, massgeschneiderte Unterwäsche zu entwerfen, mit der sich Brustkrebs-Patientinnen wieder wohl in ihrer Haut fühlen sollen.

«Zurzeit ist es möglich, über allerlei Tabuthemen zu sprechen», freut sich die 26-Jährige. Sie vermutet, dass ihre Abschlussarbeit «Dessus et Dessous» deshalb so gut angekommen ist. Die zeugindesign-Stiftung belohnte ihre Unterwäsche-Kollektion mit einem Förderpreis von 4'000 Franken. «Das ist eine grosse Anerkennung und Wertschätzung für meine Arbeit», so Kelso.

Das Geld will die gelernte Damenschneiderin in eine Weiterbildung als Dessous-Schneiderin investieren, um sich irgendwann als solche selbstständig machen zu können. «Mich fasziniert, wie Objekte mit Körper agieren und umgekehrt», so die gebürtige Zugerin, die seit drei Jahren in Küssnacht am Rigi wohnt. «Dessous sieht man nicht immer von aussen, aber sie machen ganz viel mit einem selbst.»

Selbstbewusstes und kreatives Körperbild

Ihre Kollektion «Dessus et Dessous» ist ein Wortspiel für das Darüber und das Darunter. «In meinem Projekt spiele ich mit mit den Regeln von dem was versteckt und gezeigt wird», so Kelso. Die Dessous sind auf die Asymmetrie der Brust angepasst. Die Dessus bespielen über der Kleidung den ursprünglichen Platz der Brust mit einem Statement.

Als Bekleidungsgestalterin für Damen versteht Megan den weiblichen Körper, als Schmuckmacherin die Kraft am Körper getragener Objekte. Sie sieht ihre Kollektion als Bekenntnis zum kreativen und selbstbewussten Umgang mit dem eigenen Körperbild.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 1. Juli 2020 08:20
aktualisiert: 30. Juni 2020 23:27