Krise offenbart Schwächen

Kanton Zug soll eigene Impfstoff-Produktion erhalten

16. April 2021, 08:53 Uhr
Techniker beim Schweizer Pharma und Biotech Unternehmen Lonza in Visp. (Symbolbild)
© KEYSTONE/Alessandro della Valle
Trotz zahlreichen internationalen Pharmariesen wie Roche, Novartis oder Lonza hat die Schweiz keine eigene Impfstoff-Produktion. Dies soll sich bald ändern – zumindest im Kanton Zug. Drei CVP-Kantonsparlamentarier haben einen entsprechenden Vorstoss eingereicht.

Ob AstraZeneca, Johnson & Johnson oder Novartis – im Kanton Zug haben gleich mehrere grosse Pharmakonzerne eine Niederlassung. Doch der Corona-Impfstoff für die Schweiz kommt nach wie vor aus dem Ausland. Die Walliser Firma Lonza produziert zwar einen Corona-Impfstoff, dies jedoch im Auftrag des amerikanischen Impfstoff-Herstellers Moderna. Die Schweiz selbst hat keine eigene Impfstoff-Produktion.

Dies stösst den Zuger CVP-Kantonsräten, Kantonsparlamentsmitgliedern, Thomas Meierhans (Fraktionschef), Laura Dittli (Präsidentin) und Peter Rust sauer auf. Sie haben deshalb eine Motion eingereicht. In dieser verlangen sie, dass die Zuger Kantonsregierung sofort Verhandlungen mit Produzenten von Corona-Impfstoffen aufnimmt, damit er künftig selbst in die Impfstoff-Produktion investieren kann.

Impfstoff ist weiterhin knapp

«Die weltweite Produktion kann die Nachfrage nicht decken. Dies führt dazu, dass sich die USA und die EU bereits überlegen, im eigenen Land produzierten Impfstoff zurückzuhalten und damit ihre Bevölkerung zu bevorzugen», begründet Thomas Meierhans die Motion. Weil die Schweiz nach wie vor keinen eigenen Impfstoff produzieren möchte, seien nun Taten statt Worte gefordert.

Die drei Motionäre wollen allerdings nicht, dass der Kanton Zug selbst einen Corona-Impfstoff herstellt. Er soll hierfür mit der Privatwirtschaft zusammenspannen. «Mit der Investition in eine eigene Impfstoff-Produktion kann der Kanton Zug einen wichtigen Beitrag leisten, die Pandemie besser in den Griff zu bekommen», so die CVP-Kantonsräte.

Zug first, Switzerland second

Auch über die Verteilung des eigens produzierten Corona-Impfstoffs haben sich die drei Politiker ihre Gedanken gemacht. Im Motionstext heisst es: «Als Erstes stünde Impfstoff für die Bevölkerung des Kantons Zug und zweitens für die ganze Schweiz zur Verfügung. Später könnten weitere Länder mit Impfstoff beliefert werden.»

Als nächstes muss das Zuger Kantonsaparlament über die Motion befinden. Dieses kann sie an die Regierung überweisen oder ablehnen.

(scd)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 16. April 2021 05:34
aktualisiert: 16. April 2021 08:53