Zentralschweiz

«Können Schulschliessungen nicht mehr ausschliessen»

Chantal Herger, 20. Januar 2021, 08:48 Uhr
Gehen Schulen wieder zu? (Symbolbild)
© KEYSTONE/Samuel Golay
Momentan häufen sich Meldungen von Schulen, die geschlossen werden oder mehrere Schulklassen in Quarantäne schicken. Eigentlich will niemand, dass Schulen wieder schweizweit zu gehen, trotzdem könnte es angesichts der neuen Corona-Mutationen dazu kommen. So stehen die Zentralschweizer Kantone dazu.

Nachdem in zwei Klassen der Schulen Cham Coronavirus-Mutationen festgestellt wurden (PilatusToday berichtete), ist das Thema Schulschliessungen wieder aktuell geworden. Gerade im Kanton Zug, wie Stephan Schleiss, Vorsteher der Direktion für Bildung und Kultur Kanton Zug, gegenüber PilatusToday und Tele 1 bestätigt. «Schulschliessungen sind eine Entwicklungsmöglichkeit, gerade auf Stufe Sek II schliesse ich dies nicht mehr aus. Ich hoffe jedoch, dass es ohne Schulschliessungen geht, weil nebst der epidemiologischen Sicht auch die pädagogischen oder entwicklungspsychologischen Faktoren berücksichtigt werden müssen.» Und diese würden klar gegen eine Schulschliessung sprechen.

In den anderen Zentralschweizer Kantonen sind Schulschliessungen (noch) kein Thema, so etwa im Kanton Uri. In Obwalden wartet man einen allfälligen morgigen Entscheid des Bundesrates ab. «Wir denken seit Monaten in Szenarien. Der Fernunterricht ist aber Ultima Ratio», erklärt die Leiterin Amt für Volks- und Mittelschulen Obwalden, Francesca Moser. Gleich sieht es ihr Pendant im Kanton Nidwalden, Patrick Meier, Leiter Amt für Volksschulen und Sport. Die Schutzmassnahmen und -konzepte an den Volksschulen würden funktionieren und deshalb käme Fernunterricht nicht infrage. «Wir möchten möglichst lange am Präsenzunterricht festhalten», so Meier.

Schulen sind vorbereitet

Auch der Kanton Luzern will den morgigen Bundesratsentscheid abwarten. Man sei aber vorbereitet auf alle Eventualitäten, wie Regula Huber, Leiterin Kommunikation Bildungs- und Kulturdepartement des Kantons Luzern versichert. Vorbereitet ist man auch im Kanton Schwyz. Die Vorsteherin Amt für Volksschulen und Sport im Kanton Schwyz, Dr. Tanja Grimaudo Meyer, erklärt, dass die Lehrpersonen angehalten wurden, innerhalb von 48 Stunden auf Fernunterricht umstellen zu können. Das Amt halte aktuell aber weiterhin an der Aufrechterhaltung des Präsenzunterrichts fest.

Die Zentralschweizer Kantone sind sich also einig: Schulschliessungen sollen erst als allerletzte Möglichkeit zum Tragen kommen. Sollte es soweit kommen, sind die Zentralschweizer Volksschulen aber vorbereitet.

Ähnlich sieht es der Bund. Wie die «Luzerner Zeitung» berichtet, seien vom Bundesrat Alain Berset keine weitergehende Massnahmen an Schulen geplant. Dies gestützt auf einen Bericht der wissenschaftlichen Taskforce zu den Schulen, der besagt, dass Schulschliessungen nicht nötig seien.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 19. Januar 2021 16:58
aktualisiert: 20. Januar 2021 08:48