Zu viel Gülle

Landwirte am überdüngten Zugersee müssen handeln

15. Juli 2022, 13:38 Uhr
Etliche Zuger und Luzerner Bauern, die am Zugersee Landwirtschaft betreiben, müssen Massnahmen gegen die Überdüngung des Gewässers ergreifen. Die beiden Anrainerkantone haben ein gemeinsames Vorgehen gegen die zu hohen Phosphoreinträge aus der Landwirtschaft beschlossen.
Der Zugersee gehört schweizweit zu den Seen, die am stärksten mit dem Pflanzennährstoff belastet sind.
© KEYSTONE/GAETAN BALLY

Wie die Kantone Zug und Luzern am Freitag mitteilten, gehört der Zugersee schweizweit zu den Seen, die am stärksten mit dem Pflanzennährstoff belastet sind. Um die von der Landwirtschaft verursachte Überdüngung zu reduzieren, haben sie gemeinsam um den See herum einen sogenannten Zuströmbereich festgesetzt.

In diesem Bereich hat es über 280 Landwirtschaftsbetriebe, 250 von ihnen befinden sich im Kanton Zug. Gemäss der Mitteilung müssen rund 60 Zuger sowie einige Luzerner Betriebe Massnahmen ergreifen, weil bei ihnen zu viel Phosphor anfällt.

Weniger Tiere halten

Diese Landwirte dürfen somit künftig nicht mehr so viel Dünger austragen wie bisher. Wie sie das bewerkstelligen, ist offen, wie es bei der Zuger Baudirektion auf Anfrage hiess. Eine Möglichkeit ist, dass die Landwirte weniger Tiere halten.

Die Massnahmen sollen auf den 1. Januar 2023 in Kraft treten. Die beiden Kantone sind nach eigenen Angaben mit den betroffenen Landwirtinnen und Landwirten in Kontakt.

Der Zugersee hat einen Phosphorgehalt von rund 80 Milligramm pro Kubikmeter Wasser. Mit diesem Wert liege er an der Spitze der nährstoffreichen Seen der Schweiz, hiess es in der Mitteilung.

Phosphor, das in den See gelangt, verstärkt das Wachstum der Algen. Diese wiederum führen zu einem Sauerstoffmangel und einem Ersticken von Ökosystemen.

Weitere Massnahmen prüfen

Die Massnahmen im Zuströmbereich würden nicht reichen, um eine nachhaltige Gesundung des Sees zu erreichen, hiess es im Communiqué. Die Baudirektion des Kantons Zug prüfe deswegen noch weitere Massnahmen, etwa eine künstliche Belüftung des Sees.

Diese Massnahme wird etwa auch im Baldeggersee LU praktiziert. Die Rückführung des Zugersees in den naturnahen Nährstoffzustand bleibe jedoch eine Generationenaufgabe, hiess es in der Mitteilung.

(sda)

Quelle: sda
veröffentlicht: 15. Juli 2022 17:35
aktualisiert: 15. Juli 2022 17:35
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