Anzeige
Arbeit für Wedding Planner

Nach Ja des Stimmvolks: Erste Homo-Ehen werden bereits geplant

Martina Birrer, 5. Oktober 2021, 09:44 Uhr
Auf diesen Moment haben gleichgeschlechtliche Paare in eingetragenen Partnerschaften schon lange gewartet. Am Sonntag hat das Schweizer Stimmvolk nun Ja zur «Ehe für alle» gesagt. Seither erhalten Hochzeitsplaner bereits die ersten Anfragen.
Hochzeitsplaner können sich freuen: Sie können nun auch Homo-Ehen organisieren.
© KEYSTONE/GAETAN BALLY

Simone Wigger von der Eventorganisation Simi's Event hat nach der Annahme der «Ehe für alle» zahlreiche Feedbacks von gleichgeschlechtlichen Paaren erhalten. «Die Freude ist gross und berechtigt!» Ihre Freude zeigte Simone Wigger auch gleich mit einem Instagram-Post, in welchem sie eine Homo-Hochzeit zum Gewinn ausschreibt.

Die Nachfrage steigt

Schon im vergangenen Jahr durfte Simone Wigger eine Homo-Hochzeit organisieren, was für sie unvergessen bleibt. «Die Familien und Freunde haben sich bedingungslos für das Brautpaar gefreut, die Feierlichkeiten waren einzigartig», sagt sie gegenüber PilatusToday. Ab dem 1. Juli 2022 organisiert sie allerdings keine Hochzeiten mehr Paare, die in einer eingetragenen Partnerschaft leben. Ab diesem Datum dürfen homosexuelle Paare in der Schweiz offiziell heiraten, die eingetragene Partnerschaft gibt es nicht mehr.

Derzeit ist Simone Wigger an der Planung einer Homo-Hochzeit mit eingetragener Partnerschaft. Diese soll im kommenden Sommer – noch vor dem 1. Juli – stattfinden. Zwei weitere Anfragen für das Planen und Organisieren einer Homo-Hochzeit hat sie alleine diese Woche erhalten. Aufgrund ihres Gewinnspiels rechnet sie damit, dass es bald noch mehr werden.

Gibt es für Simone Wigger einen Unterschied bei der Organisation von Homo- und Hetero-Hochzeiten? Nein, sagt die Hochzeitsplanerin. «Im Fokus steht immer die Liebe zueinander und das Bekenntnis, miteinander alt zu werden.» Genau gleich laufen die Hochzeiten aber nicht ab: Ein gleichgeschlechtliches Paar kann sich in der römisch-katholischen Kirche nach wie vor nicht trauen lassen. Ist der Wunsch nach einer Segnung trotzdem da, so gäbe es verschiedene Alternativen.

Schweiz steht nicht alleine da

Dass es kurz nach dem Segen des Stimmvolks für Homo-Ehen mehr Hochzeitsanfragen gibt, ist nicht neu. Auch in anderen Ländern konnte ein ähnlicher Trend beobachtet werden. In Deutschland zum Beispiel gab es im Jahr nach der Annahme der Homo-Ehe fast 22'000 neue gleichgeschlechtliche Ehen. Zudem wurden knapp 15'000 eingetragene Partnerschaften in Ehen umgeschrieben.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 2. Oktober 2021 17:14
aktualisiert: 5. Oktober 2021 09:44