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20. Jahrestag

So war die Gedenkfeier für die Opfer des Zuger Attentats

28. September 2021, 07:11 Uhr
Zum 20. Jahrestag des Zuger Attentats hat am Montagabend in Zug ein Gedenkanlass stattgefunden. Vor Ort waren rund 250 Personen, zudem wurde der Gedenkanlass per Livestream übertragen. Auch Bundespräsident Guy Parmelin sprach sein Mitgefühl aus.
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Quelle: PilatusToday

Gemeinsam lasse sich das Unaussprechbare besser ertragen, sagte der Zuger Landammann Martin Pfister zu Beginn des ökumenischen Gedenkanlasses in der Kirche St. Michael in Zug. «Der Attentäter hat unser Grundvertrauen zwar gestört, nicht aber zerstört.» Und: Vergessen helfe, Wunden zu heilen. Aber es gebe auch Wunden, an die sich eine Gesellschaft erinnern müsse, so Pfister.

Auch Bundespräsident Parmelin war extra nach Zug gereist, um der Opfer zu gedenken und sein Mitgefühl auszusprechen. Er richte es an alle, die bei diesem Anschlag einen lieben Menschen verloren hätten oder die selber körperlich oder seelisch verletzt worden seien, sagte er. «Es war ein Angriff auf die offene Demokratie, auf die Eigenart unseres Landes, auf die wir alle so stolz sind», sagte Parmelin. Doch durch die erlebte Solidarität habe die Demokratie auch an Stärke gewonnen.

Kurzfristiger Pfarrerwechsel

Nur wer sich erinnere, könne verhindern, das sich die Geschichte wiederhole, sagte die Präsidentin des Zuger Kantonsparlaments Esther Haas. Sie rief dazu auf, der Verletzlichkeit mit Achtsamkeit und gegenseitigem Wohlwollen zu begegnen.

Geleitet wurde der Gedenkanlass vom reformierten Pfarrer Andreas Haas und vom katholischen Pfarrer Reto Kaufmann. Dieser übernahm kurzfristig den Teil von Alfredo Sacchi, der krankheitshalber ausfiel. Der Domherr des Kantons Zug hatte die Gedenkanlässe in den vergangenen 20 Jahren jeweils zusammen mit Haas geleitet.

Musikalisch umrahmt wurde die Besinnung von der Zuger Sinfonietta und dem Chor Audite Nova Zug. Sie brachten unter der Leitung von Johannes Meister unter anderem ein Werk des Zuger Komponisten Carl Rütti zur Uraufführung. Und schliesslich läuteten die Kirchenglocken den stillen Auszug aus der Kirche ein.

Schweigeminute im Bundeshaus

Bereits am Mittag hatten die Glocken der Zuger Kirchen in Erinnerung an die Opfer des Attentats und an alle Opfer von Gewalt auf der Welt geläutet. Zudem wurden die Gräber der Verstorbenen geschmückt und die Zuger Fahne auf dem Regierungsgebäude auf Halbmast gesetzt.

Am Nachmittag gedachten auch der National- und der Ständerat in einer Schweigeminute der Opfer von Zug. Ständeratspräsident Alex Kuprecht (SVP/SZ) erinnerte daran, dass viele der damals Involvierten heute noch physisch und psychisch leiden. Sein Mitgefühl gelte ihnen, den 14 Opfern und ihren Angehörigen. Das Attentat sei ein Anschlag auf das friedliche demokratische Zusammenleben gewesen. Es habe gezeigt, wie verletzlich diese Lebensform sei.

Ständeratspräsident Alex Kuprecht (hinten) hielt im Bundeshaus eine Schweigeminute ab.

© KEYSTONE/Peter Klaunzer

«Unser Respekt und unsere Gedanken gehören den Opfern», sagte Nationalratspräsident Andreas Aebi (SVP/BE). Er erinnerte auch an all jene, die noch heute von der Tat betroffen seien, und die «die Narben dieser abscheulichen Tat tragen».

Quelle: SDA/PilatusToday
veröffentlicht: 27. September 2021 04:35
aktualisiert: 28. September 2021 07:11