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Wirtschaft

Steuerwettbewerb: Jeder achte Zuger ist Millionär

25. April 2021, 07:35 Uhr
In den Kantonen Zug und Schwyz hat die Anzahl wohnhafter Millionäre in den letzten Jahren zugenommen. Das auch aufgrund der attraktiven Steuersituation. Laut einem Ökonomen ist der Steuerwettbewerb eine gute Sache.
Die Zahl der Millionäre steigt in den Kantonen Zug und Schwyz an. (Symbolbld)
© KEYSTONE/GAETAN BALLY

Eine Analyse von SonntagsBlick zeigt: Der kantonale Steuerwettbewerb hat über die Jahrzehnte zu einer starken Konzentration der Reichen geführt. 1969, als der Bund erstmals eine gesamtschweizerische Vermögensstatistik der natürlichen Personen publizierte, kamen im Kanton Zug auf 1000 Steuerpflichtige zehn Vermögens-Millionäre. Bis 2017 stieg diese Zahl auf 132. Mittlerweile ist also mehr als jeder achte Zuger Millionär.

Mindestens so bemerkenswert ist die Entwicklung im Kanton Schwyz: Auch in diesem Tiefsteuerkanton darf sich mittlerweile jeder achte Millionär nennen. 50 Jahre zuvor traf das lediglich auf jeden 250. Steuerpflichtigen zu. In der gesamten Schweiz erhöhte sich die Zahl der Millionäre pro 1000 Steuerpflichtige von 1969 bis 2017 von 11 auf 62.

Für Christoph A. Schaltegger, Professor für politische Ökonomie an der Universität Luzern, zeigen die Beispiele Schwyz und Zug, dass der Steuerwettbewerb eine gute Sache sei: «Er gibt abgelegenen und strukturschwachen Regionen die Möglichkeit, sich gegen attraktive Ballungszentren zu behaupten.» Die Stadt Zürich zum Beispiel habe viel zu bieten. Wenn hier auch noch die Steuern am tiefsten wären, würde kaum mehr jemand in der Zentralschweiz wohnen wollen. «Die Kluft zwischen Stadt und Land würde grösser, die Peripherie abgehängt», so Schaltegger.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 25. April 2021 07:35
aktualisiert: 25. April 2021 07:35