Zu Besuch im Training

Wieso Badminton EVZ-Goalie Leonardo Genoni zu einem besseren Torhüter macht

Tobias Hotz, 14. Oktober 2020, 11:53 Uhr
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Quelle: Pilatus Today

Der EVZ startet sehr erfolgreich in die neue Saison. Noch ohne Verlustpunkt stehen die Kolinstädter an der Tabellenspitze. Grossen Anteil am erfolgreichen Saisonstart hat auch der Zuger Goalie Leonardo Genoni. Wir haben ihn beim Training besucht.

Es ist Montagmorgen kurz nach acht in Cham. Die Goalies des EVZ hatten nach einem sehr erfolgreichen Wochenende am Sonntag einen Tag frei. Nun beginnt für sie, wie für viele andere auch, die neue Arbeitswoche. Betritt man die Sporthalle im hochmodernen Sportzentrum OYM, sieht man ein Badmintonfeld, das mittels digitaler LED-Markierung auf den Boden projiziert wird. EVZ-Goalietrainer Simon Pfister spannt gerade das Netz. Von Pucks, Fanghandschuhen oder gar Eis ist keine Spur zu sehen. «Nach einem freien Sonntag geht es darum, den Körper zu bewegen und die Augen zu nutzen», sagt Pfister. Badminton als schnelles Spiel sei ideal dafür.

Leonardo Genoni wurde am Freitag im Spiel gegen Lugano zum «Man of the Match» gewählt.

© Keystone / Marcel Bieri

Einsatz, bis der Schuhbändel reisst

Für Stammtorhüter Leonardo Genoni ging die Siegesserie vom Wochenende auch beim Badminton weiter, denn er besiegt den jungen Luca Hollenstein. «Das war ein guter Start in die Woche. Badminton verbindet mehrere Aspekte. Es geht um den Spass, Bewegung und ums Aufwärmen», so Genoni. Der Sport komme sehr nahe an das «Goaliesein» heran. «Man braucht dieselben Muskeln, es braucht eine schnelle Reaktion und die ersten zwei, drei Schritte müssen sitzen.» Dass es im Duell zwischen Genoni und Hollenstein auch um Sieg oder Niederlage geht, zeigt der gerissene Schuhbändel von Hollenstein.

Erstes Ziel: Mit Kontrolle hinter den Puck zu kommen

Nach der Badmintonsession geht es für die Goalies endlich aufs Eisfeld. «Zu einem perfekten Tag gehört das Training auf dem Eis dazu», sagt Luca Hollenstein, der Torhüter der U-20 Nationalmannschaft. Das Eistraining startet mit einer Einheit, in der drei Feldspieler extra für die Torhüter aufs Eis kommen. «Mein Ziel ist es, dass meine Goalies so schnell wie möglich wieder auf den Beinen stehen», erklärt Goalietrainer Pfister. Es gehe darum das richtige Zeitfenster zu finden, in dem die Torhüter wieder zurück auf die Beine kommen. «Ich schaue dabei ganz genau auf die Position und Balance der Goalies.» Die Spielintelligenz sei sehr wichtig, um ein guter Torhüter zu sein. «Ein Goalie muss eine Situation möglichst schnell erkennen und dann mit viel Speed die richtige Position einnehmen.» Ziel sei es die Scheibe sauber zu nehmen. «In manchen Situationen geht es aber darum, irgendwie eine Lösung zu finden, um hinter die Scheibe zu kommen, egal wie.»

Bei dieser Übung hat der Torhüter viel Verkehr hinter dem Tor, bevor er einen direkten oder abgelenkten Schuss abwehren muss.

© EVZ

Auf der Suche nach den entscheidenden Kleinigkeiten

Seit drei Jahren ist der Zürcher Simon Pfister der Mann hinter den Zuger Schlussmännern. Er selbst war während sieben Jahren Profi. «Als Goalietrainer brauche ich nebst einer hohen Fachkompetenz eine sehr gute Menschenkenntnis», erklärt Pfister. Die richtige Kommunikation sei ein entscheidender Teil seiner Arbeit. Während den Übungen auf dem Eis ist er dann auch im ständigen Austausch mit seinen Torhütern. «Ich bin verantwortlich dafür, dass sich die Torhüter auf dem Eis wohl fühlen.» Pfister verbringt auch viel Zeit mit Videoanalysen. Dabei ist er auf der Suche nach den wichtigen Kleinigkeiten im Torhüterspiel. «Es braucht nicht jeder Goalie gleich viel Videofeedback.» Die Analyse des Gegners spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle. «Wir setzen auf unser Spiel.»

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 14. Oktober 2020 11:29
aktualisiert: 14. Oktober 2020 11:53