Wahlen Zug

«Wir haben mobilisiert und gekämpft»: SVP stellt erstmals den Zuger «Stapi»

27. November 2022, 17:53 Uhr
André Wicki (SVP) ist neuer Zuger Stadtpräsident. Der 60-Jährige hat in der Stichwahl am Sonntag gegen SP-Kandidatin Barbara Gysel obsiegt und für seine Partei erstmals das «Stapi»-Amt geholt – mit Unterstützung der bürgerlichen Front.

Quelle: Tele 1

Anzeige

Auf Wicki entfielen 4306 Stimmen, seine Konkurrentin Gysel holte 4094 Stimmen. Die Stimmbeteiligung betrug rund 51 Prozent. Die Wahl wurde nötig, weil Stadtpräsident Karl Kobelt (FDP) nach nur einer Amtszeit zurücktritt. Im neuen Jahr tritt André Wicki seine Nachfolge an. Der 60-Jährige ist der erste SVP-Stadtpräsident.

Linke können Präsidium nicht zurückerobern

Im ersten Wahlgang vom 2. Oktober hatte Gysel noch die meisten Stimmen geholt, allerdings das absolute Mehr wie die anderen drei Kandidierenden verpasst. In der Folge zogen sich Urs Raschle (Mitte) und Eliane Birchmeier (FDP) zugunsten von Wicki zurück, der nur 15 Stimmen hinter Gysel gelegen hatte. FDP und Mitte sprachen sich für den SVP-Kandidaten aus, um das Stadtpräsidium in bürgerlicher Hand zu halten.

Mit der Wahl von Wicki ist die Linke mit dem Versuch gescheitert, das Stadtpräsidium zurückzuerobern, das sie bis 2018 während zwölf Jahren innehatten. Immerhin hatte Gysel mit Hilfe der ALG für ihre Partei am 2. Oktober den Sitz in der Stadtregierung zurückerobern können, den diese vor vier Jahren verloren hatte.

Gysel wäre die erste Stadtpräsidentin gewesen

Am Sonntag fehlten Gysel nur gerade 200 Stimmen, um die erste Zuger Stadtpräsidentin zu werden. Die Zugerin war positiv überrascht von dem knappen «Stapi»-Rennen: «Ich nehme das Ergebnis von den Stadt Zugerinnen und Zugern mit einer grossen Dankbarkeit entgegen. Ich schaue das als einen sehr hohen Vertrauensbeweis an.» Den Traum vom Stadtpräsidium gibt Gysel jedoch nicht auf. «Der Tag wird kommen, an dem eine Frau Stadtpräsidentin werden wird.»

Der Zuger Stadtregierung gehören in der kommenden Legislatur neben den drei bisherigen André Wicki (SVP), Urs Raschle (Mitte) und Eliane Birchmeier (FDP) neu auch Etienne Schumpf (FDP) und Barbara Gysel (SP) an.

Der neue «Stapi» ist Hobby-Boxer

Der neue Stadtpräsident ist amtierender Finanzdirektor und seit 2010 in der Stadtzuger Exekutive. Zuerst führte er das Baudepartement, 2019 übernahm er die Finanzdirektion. Vor seiner Zeit im Stadtrat war der ausgebildete Betriebswirtschaftler für Grossunternehmen im Bereich der Körperpflegeprodukte tätig. In seiner Freizeit hält sich der Vater zweier Töchter unter anderem mit Boxen fit.

Die Wahl von Wicki zum Stadtpräsidenten wäre ohne die Unterstützung der anderen bürgerlichen Parteien nicht möglich gewesen. «Wir haben mobilisiert und gekämpft. Jetzt ist der Pegel auf die andere Seite gegangen, was mich natürlich freut», meint Wicki über den langen und auch emotionalen Wahlkampf. Geklappt habe es schlussendlich auch wegen seiner Bekanntheit: «Die Leute wissen, wer ich bin.» 

Wicki ist nämlich schon seit 12 Jahren in der Zuger Stadtregierung. Auch als Stadtpräsident plant der Zuger langfristig und spielt bereits mit dem Gedanken, für mehr als eine Amtszeit zu walten.  Sein Amt tritt André Wicki per 1. Januar 2023 an.

Quelle: sda
veröffentlicht: 27. November 2022 13:55
aktualisiert: 27. November 2022 17:53