Wahlen Kanton Zug

Zuger Regierung bleibt weiterhin rein bürgerlich – Linke enttäuscht

Martina Birrer, 3. Oktober 2022, 09:27 Uhr
Die Zuger Regierung bleibt in bürgerlichen Händen: Die sechs Bisherigen haben am Sonntag die Wiederwahl geschafft. Neu in der Regierung ist Laura Dittli. Damit konnte Die Mitte ihren Sitz in der Zuger Regierung verteidigen.
Die neue Zuger Regierung. Von links: Heinz Taennler (SVP), Andreas Hofstettler (FDP), Martin Pfister (Die Mitte), Silvia Thalmann (Die Mitte), Laura Dittli (Die Mitte), Florian Weber (FDP) und Stephan Schleiss (SVP)
© KEYSTONE/Urs Flueeler
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Es war ein erfolgreicher Wahlsonntag für die Mitte Kanton Zug. Der Gesundheitsdirektor Martin Pfister holte mit 21'894 Stimmen die meisten Stimmen, gefolgt von der Kantonsparlamentarierin und Anwältin Laura Dittli aus Oberägeri. Mit einem Glanzresultat von 21'013 Stimmen wurde die 31-Jährige neu in den Regierungsrat gewählt und dies sogar mit mehr Stimmen als die anderen fünf bisherigen Regierungsmitglieder.

Der bisherige Zuger Regierungsrat Martin Pfister und die Regierungsratskandidatin Laura Dittli, mitte, von der Mitte-Partei anlaesslich der Zuger Gesammterneuerungswahlen vom Sonntag, 2. Oktober 2022 in Zug.

© KEYSTONE/Urs Flueeler

Mit Laura Dittli bleibt die Zuger Regierung in bürgerlichen Händen, wird jedoch etwas jünger. «Bei mir ist es noch nicht angekommen und es ist eine Überraschung für mich, dass ich mit einem so guten Resultat gewählt wurde», so Dittli nach Bekanntgabe ihres Ergebnisses. Sie nimmt den Platz von Beat Villiger ein, welcher nach 15 Jahren zurücktritt.

Mit 18'379 Stimmen wurde der Bildungsdirektor Stephan Schleiss wieder in die Zuger Regierung gewählt. Damit holt er sich das schwächste Resultat der Bisherigen. Er habe die Wahl gut überstanden und freue sich über die Wiederwahl, erzählt er im Interview. «Gewählt zu werden erfüllt mich mit Stolz.»

Quelle: Tele 1

Die Linke scheitert erneut 

Seit 2018 sind die Linken nicht mehr im Zuger Regierungsrat vertreten und schon wieder sind sie bei den Wahlen gescheitert. Das beste Resultat der Nichtgewählten machte die ALG-Kantonsparlamentarierin Tabea Zimmermann mit 11'739 Stimmen. Sie hätte den linken Sitz zurückerobern wollen. «Die Enttäuschung ist gross, dass die ökologische und soziale Stimme in der Regierung fehlt», so Zimmermann.

Dass Laura Dittli so viele Stimme erhalten hat, führt Zimmermann auf ihr Alter zurück: «Ich denke, dass Laura Dittli den Bonus als junge Frau erhalten hat.» Nun erhofft sich Zimmermann, dass die bürgerliche Regierung die Verantwortung gegenüber denjenigen, welche nicht in der Regierung vertreten sind, wahrnimmt.

Trotz Niederlage zufrieden 

Den Sprung in die Regierung verpasst hat auch die GLP-Kandidatin Tabea Estermann. Bei ihr ist die Enttäuschung jedoch nicht vorhanden. Im Interview sagt sie: «Ich bin überwältigt über das positive Resultat. Für mich ist das fast schon ein Sieg.» Freude hat die 29-Jährige vor allem am Wahlresultat von Laura Dittli. «Laura wird sich bestimmt gut einbringen in der Regierung. Sie ist eine Stimme für die Jugend», so Estermann.

Quelle: Tele 1

Auf dem letzten Platz liegt Adi Hadodo mit 3636 Stimmen. Er trat für «Aufrecht-Zug» an, eine Bewegung, die sich kritisch gegenüber den Schutzmassnahmen während der Corona-Pandemie positionierte.

Quelle: PilatusToday/sda
veröffentlicht: 2. Oktober 2022 17:48
aktualisiert: 3. Oktober 2022 09:27