Internet-Betrug

Zuger überweist vermeintlicher Liebe rund 70'000 Franken

2. September 2020, 16:02 Uhr
Ein 54-jähriger Mann wurde Opfer der Internetbetrugsmasche «Romance Scam».
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Ein 54-jähriger Mann im Kanton Zug ist Opfer der Betrugsmasche im Internet «Romance Scam» geworden. Wie die Zuger Polizei mitteilt, überwies er seiner vermeintlichen Liebe rund 70'000 Franken. Das Geld sowie die Liebe sind nun weg.

Vor mehr als zwei Jahren hatte der Mann auf Facebook eine Frau kennengelernt und sich auf eine Internet-Beziehung eingelassen. Die Frau baute das Vertrauen und die Beziehung zu ihrem Opfer mit geschickten Geschichten auf und brachte ihn dazu, zwischen März 2018 und August 2020 insgesamt 70'000 Franken auf ein Bankkonto in Frankreich zu überweisen.

Betrugsmasche «Romance Scam»

Bei dieser Betrugsmasche wird dem Opfer die grosse Liebe vorgespielt. Ihre Opfer suchen sich die Täter auf Dating-Seiten, Internet-Singlebörsen oder in anderen sozialen Netzwerken aus. Während die Opfer von der Liebe geblendet sind, wollen die Betrüger nur eines: nämlich ihr Geld.

Das Opfer wird per E-Mail oder über soziale Medien kontaktiert – angeblich von einem gutaussehenden Mann oder einer attraktiven Frau. Nachdem sie sich das Vertrauen erschlichen haben, bitten sie ihr Opfer unter einem Vorwand um Geld, beispielsweise für einen neuen Reisepass, für die Pflege eines kranken Verwandten oder um eine neue Firma zu gründen.

Wie erkenne ich die Betrugsmasche?

  • Nimm auf Facebook oder anderen Plattformen niemals Freundschaftsanfragen von Menschen an, die du nicht aus dem realen Leben kennst.
  • Werde misstrauisch, wenn das Gegenüber noch vor dem ersten Treffen von der grossen Liebe spricht.
  • Brich den Kontakt immer sofort ab, wenn Geld von dir gefordert wird.
  • Frage dich, wie realistisch es ist, dass ein gut situierter, attraktiver Mensch aus einem fernen Land ohne irgendeinen Bezug zu deinem Leben plötzlich eine Fernbeziehung mit dir beginnen möchte.
  • Überprüfe, beispielsweise mit der Bildsuche-Funktion von Google, ob das Foto deines Gegenübers auch anderswo auftaucht. Wenn du dasselbe Foto, aber mit einem anderen Namen auf anderen Webseiten findest, dann handelt es sich zweifellos um einen Betrug.
  • Verschicke niemals heikle oder intime Bilder von dir, die du nicht auch selbst veröffentlichen würdest.

Was, wenn ich darauf hereingefallen bin?

  •  Schicke kein weiteres Geld bzw. keine anderen Güter.
  • Erstatte Anzeige bei der Polizei. 
  • Mache dir keine Vorwürfe, wenn du reingefallen bist: Denke daran, dass die Polizei keine menschlichen Schwächen ahndet, sondern nach Kriminellen fahndet. Deine Anzeige kann helfen, andere potenzielle Opfer vor den Tätern zu schützen.
  • Brich den Kontakt sofort und vollständig ab, blockiere den Betrüger oder die Betrügerin auf allen Kanälen.
  • Reagiere nicht, wenn du von weiteren vermeintlichen Unterstützern (z.B. «Interpol», einer «ausländischen Polizeibehörde», «Opferanwälten» usw.) kontaktiert wirst.
Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 2. September 2020 15:31
aktualisiert: 2. September 2020 16:02