So stehen die Chancen

Zwei Kandidierende, ein Amt: Wer wird neuer Stadtpräsident von Zug?

Nicole Huber, 21. November 2022, 17:17 Uhr
Weil im ersten Wahlgang um das Zuger Stadtpräsidium kein Kandidat das absolute Mehr erreichte, kommt es am 27. November zu einem zweiten Wahlgang. Von den ursprünglich vier Kandidierenden kämpfen nur noch Barbara Gysel (SP) und André Wicki (SVP) um das Amt.
Barbara Gysel und André Wicki kämpfen um das Zuger Stadtpräsidium.
© PilatusToday
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Das Zuger Stadtpräsidium, über das am kommenden Sonntag entschieden wird, war bisher von Karl Kobelt besetzt. Nach nur einer Amtszeit tritt der 64-jährige FDP-Politiker per Ende Jahr zurück.

Barbara Gysel ist zuversichtlich

Neu in die Zuger Stadtregierung gewählt, kämpft SP-Politikerin Barbara Gysel bereits ums Stadtpräsidium. Die 45-Jährige konnte im ersten Wahlgang mit 2103 Stimmen das beste Resultat aller Kandidierenden erzielen. Für das absolute Mehr von 3816 Stimmen reichte es jedoch nicht.

Diese grosse Zustimmung der Stimmberechtigten im ersten Wahlgang lässt Gysel zuversichtlich auf den bevorstehenden Tag der Entscheidung blicken. Ihre Politikschwerpunkte sind unter anderem eine innovative Wirtschaft, Nachhaltigkeit und Mobilität sowie Bildungsvielfalt.

Aller guten Dinge sind drei

Für den Zuger Finanzdirektor André Wicki ist es bereits der dritte Angriff aufs Stadtpräsidium. Nach den Niederlagen in den Jahren 2014 und 2018 dürften die Chancen dieses Mal nicht schlecht stehen. Im ersten Wahlgang im vergangenen Monat erhielt der 60-Jährige nur 15 Stimmen weniger als seine SP-Rivalin. Der gelernte Betriebsökonom könnte in Zug der erste SVP-Stadtpräsident werden.

André Wicki könnte der erste SVP-Stadtpräsident in Zug werden.

© LZM / Fotografen Zug

Politisch engagiert sich Wicki unter anderem für eine lokale Energieproduktion, die Förderung der Bildungsstandorte sowie für die Erhaltung der Zuger Qualitäten. Zu Letzterem gehöre das Sorgetragen der Zuger «Perlen» wie die Oeschwiese oder der Röthelberg.

Wicki dürfte die Wahl gewinnen

«Im ersten Wahlgang profitierte Gysel von den vielen bürgerlichen Kandidaturen. Dies ist jetzt anders», sagt Carmel Zettel, Polit-Expertin von Radio Pilatus. Denn im zweiten Wahlgang kandidieren nur noch Gysel und Wicki.

Urs Raschle und Eliane Birchmeier haben sich zu Gunsten der bürgerlichen Kandidatur zurückgezogen. «Die Mitte und die FDP gaben an, die Bürgerliche zu unterstützen, weshalb André Wicki die Wahl gewinnen dürfte», vermutet Zettel.

Die einzige Chance der SP sei, wenn die bürgerlichen Wähler Barbara Gysel ihre Stimme geben. Dies werde bei einigen Wählerinnen und Wählern sicherlich auch der Fall sein. Einen relevanten Einfluss aufs Wahlergebnis dürfte dies laut Zettel allerdings kaum haben.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 21. November 2022 17:19
aktualisiert: 21. November 2022 17:19